Weihnachtsfolge: Merz' Power-Tränen & Habecks Ego-Doku
Shownotes
Es ist Heiligabend! Passend zu diesem heiligen Tag/Abend haben Ole und Simon sich dazu entschlossen, diese Episode einen Tag später als sonst zu veröffentlichen und direkt zu Beginn über Kirchenaustritte zu sprechen. Wie schön! Ole hat anschließend ein ausführliches Psychogramm von unserem Bundeskanzler Friedrich Merz vorbereitet, anhand von drei Anlässen, bei denen ihm (also dem Friedrich) die Tränen liefen. Und was kamen jeweils direkt danach für politische Neuerungen auf uns zu? Hatte Nietzsche doch Recht mit seinen Thesen über das Mitleid??? Simon war hingegen weniger (oder mehr?) philosophisch unterwegs: Er hat den neuen Dokufilm über Robert Habeck im Kino erleiden müssen. Welch ein Grauen! Darüber und auch über Daniel Craig sprechen Ole und Simon. Viel Spaß und frohe Feiertage!
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00:00:00: dass wir kein Intro haben und diesen Scheiß einfach nicht geben.
00:00:03: Das ist einfach jede Märchen drüber nachdenken, deswegen denk ich so, nee, braucht kein Mensch.
00:00:07: Einfach aufnehmen.
00:00:08: Wir brauchen kein Intro.
00:00:09: Ja.
00:00:10: Hallo, Ole.
00:00:11: Hallo, Simon.
00:00:13: Guck mal, jetzt waren wir...
00:00:14: Pro Weihnachten.
00:00:15: Pro Weihnachten.
00:00:16: Guck mal, jetzt waren wir letzte Mal.
00:00:18: Waren wir bei dir und vorletzt mal auch?
00:00:21: Und jetzt ist einfach Weihnachten und wir haben auch entschieden, dass wir die Folge jetzt nicht Dienstag morgens rausbringen, offensichtlich, sondern jetzt eben Mittwochs an Heiligabend.
00:00:31: Ja.
00:00:31: Wo bist du denn?
00:00:33: Ich bin in Wohnzimmer meiner Mutter und sitze auf dem Teppich vor dem erleuchteten Weihnachtsbaum und gucke auf die drei, vier Christbaumkugeln, die schon dranhängen, und auf die leeren Cornflakes-Packungen mit dem restlichen Weihnachtsbaumschmuck.
00:00:51: und genieße das langsame Leben.
00:00:54: Und wo bist du?
00:00:55: Ich bin in Tirol.
00:00:57: Und zwar irgendwo in der Mitte der Berge, an einem sehr abgelegenen Ort, an einem Talende.
00:01:03: Das heißt, hier ist auch nichts zu tun.
00:01:05: Und du siehst es gerade, die anderen sehen es nicht.
00:01:08: In meinem Hintergrund ist ja ein Fenster mit so einer Weitlandschaft.
00:01:11: Und das ist das blaue Himmel.
00:01:12: Das ist nur Fake in diesem Zimmer, wo ich gerade bin.
00:01:15: Das ist nicht echt.
00:01:16: Ist das ein Bild?
00:01:17: Also ein Gemälde?
00:01:18: Das ist
00:01:18: ein Bild, der in beleuchtetes Bild... Das ist super cheesy, aber auch ein bisschen witzig.
00:01:22: Ein beleuchteteres Bild.
00:01:24: Ja, von den Bergen und den blauen Himmel.
00:01:26: Heiliger.
00:01:27: Aber es ist wirklich, es ist...
00:01:29: Ich dachte mir so in welcher Zeitzone bist du hier, weil hier
00:01:32: ist schon dunkel.
00:01:33: Und hinter dir ist einfach so ein Berg mit grellblauem Himmel.
00:01:38: Ja, ich spring gleich noch in den Pool.
00:01:41: Ja, viel Spaß.
00:01:42: So viel zu den Linkschluencern und dem wenigen Geld, was wir machen.
00:01:46: Ja.
00:01:48: Aber hier noch auch mal jetzt in Ruhe.
00:01:50: Lieber Ohle und liebe Menschen da draußen.
00:01:53: Frohe Weihnachten.
00:01:54: So nämlich.
00:01:55: Sagen die zwei Arteisten.
00:01:57: Ja, ich bin ja jüngst aus der Kirche ausgetreten.
00:02:01: Hast du dir erzählt?
00:02:02: Äh, nicht, glaube nicht.
00:02:04: Ich habe meine Steuererklärung für das vergangenen Jahr so, so im Jahr so, so im Jahr so im Jahr so im Jahr so im Jahr so im Jahr so im
00:02:08: Jahr so im Jahr so im Jahr so im Jahr so im Jahr so im Jahr so im Jahr so
00:02:10: im Jahr so im Jahr so im Jahr so im Jahr so im Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Jahr so in Steuererklärung geschaut und bin zwei Tage später aus der Kirche ausgetreten.
00:02:24: Ja.
00:02:24: Und dann habe ich im Salon von neue Zwanziger, den wir ja alle hoffentlich hören, habe ich die Vorstellung gehört, die Wolfgang von der EKD-Friedensschrift gemacht hat.
00:02:38: Hast du die gehört?
00:02:38: Boah, es
00:02:39: war brutal.
00:02:40: Brutal.
00:02:40: Also die EKD, also die evangelische Kirche Deutschland, hat ein Papier veröffentlicht, irgendwie über hundertfünfzig Seiten, über Krieg und Frieden.
00:02:49: Und das ist so unfassbar, da bin ich dann doch, also war ich dann froh, dass ich direkt ausgetreten bin, ohne diese Friedensschrift rezipiert zu haben, weil wenn ich die gelesen hätte, dann hätte ich einen weiteren Grund zum Austritt gehabt.
00:03:05: Ja, aber gleichzeitig, wenn ich schon will, dass so eine alt-ehrwürdige und gewaltig große Institution wie die Kirche, das katholische oder evangelische ist ja erstmal egal, dass die eine solche Schrift verfassen kann und es einfach keine Sound interessiert.
00:03:19: Also da merkt man in Deutschland ist schon, da ist echt was passiert.
00:03:24: Also der Fall der Kirchen ist schon eine Hausnummer.
00:03:28: Und es ist
00:03:29: ja auch ohne größere Proteste.
00:03:31: Also das Bröcke in dieser Institution, wenn man sich vorstellt, was für Schockwellen zivilisatorisch ausgelöst hätte vor, ich weiß nicht, hundertfünfzig Jahren, wo man sich jetzt an sieht, was gerade hier passiert, es interessiert, keine Sau.
00:03:46: Und trotzdem sind wir noch reagiert von einer Partei, die CDU heißt.
00:03:49: Und die ihr das Zähmen namen habt, also das Christliche.
00:03:52: Und darf ich einfach mit meinem Thema...
00:03:54: Hast du mir dazu was mitgebracht?
00:03:56: Ja, ich hab dir dazu was mitgebracht.
00:03:57: Das ist wirklich... Ich dachte Weihnachtsfolge, okay, jetzt geht's los.
00:04:00: Ich hab gerade Knives Out gesehen.
00:04:02: Das ist ja so eine Netflix-Serie mit Daniel Craig.
00:04:06: Es ist keine Serie, es ist eine Filmserie, die ich sehr liebe, weil ich Daniel Craig sehr liebe.
00:04:10: Okay?
00:04:10: Ich
00:04:10: liebe Daniel Craig auch.
00:04:12: Put some respect on his name.
00:04:13: Oh
00:04:13: Gott.
00:04:14: Sorry, ich hätte es nicht sagen dürfen.
00:04:18: Also, Daniel Craig, geheil ich wieder zu seinen Namen, ist in dieser Filmserie Knives Out.
00:04:23: Deren ersten Teil ich übrigens sehr angenehm fand, so ein klassisches Hudanet-Genre, also wirklich einfach nur... Definitiv,
00:04:29: sehr gut.
00:04:29: ...
00:04:29: ein Bewiller, jemand ist tot und dann wird gedinkt, der Fall gelöst mit Daniel Craig als der Detektiv-Bediener Blanc und dann... Haben wir den zweiten Teil, der ist mit so Influencern während Corona abgedreht worden.
00:04:41: Den firmt ich total drüber und sehr enttäuschen war, aber ein bisschen wie so ein Autounfall.
00:04:45: Ich konnte auch nicht weggucken.
00:04:46: Also habe ich mir reingefahren.
00:04:48: Ich mochte den
00:04:48: überhaupt nicht.
00:04:49: Hat mich gar nicht mitgerissen.
00:04:50: Ich fand ihn viel zu... Also ich meine, Hudanen sind immer konstruiert, aber das war auf so eine Weise konstruiert, wo ich auch wirklich dachte, es ist halt nicht mal so wirklich lustig.
00:04:58: Und irgendwie fand ich diese crazy Billionaire Stories in der Zeit, wo die einfach alle einfach schwerfaschistische... Politiken durchdrücken in dieser Welt.
00:05:08: Auch einfach nicht so witzig.
00:05:09: Ich denke mir so, es ist ausgelutscht, es ist irgendwie all.
00:05:12: Aber der Film ist ja schon ein bisschen älter.
00:05:14: Also der ist ja schon, der ist ja drei Jahre alt und das ist ja in Film- und Politikjahren.
00:05:20: Eine
00:05:20: lange Zeit, ich weiß
00:05:21: nicht.
00:05:22: Aber jetzt ist halt eben der aktuelle ja raus.
00:05:24: Ja,
00:05:24: ja.
00:05:24: Und
00:05:25: er ist so gut.
00:05:26: Also, ich lieb, ich mochte den.
00:05:29: Ich liebe aber auch Glenn Klaus.
00:05:31: Ich fand die geil, ich fand die crazy gut gespielt.
00:05:33: Auch den... Na ja, aber der Punkt ist, mich hat es ausgesöhnt.
00:05:38: Vielleicht kann man auch noch
00:05:40: mal... Wir machen eine extra Folge.
00:05:42: Für die Paywall,
00:05:43: wo wir nur über Knives Out und Daniel Craig reden.
00:05:45: Das wollen
00:05:46: natürlich alle hören.
00:05:46: Aber auf jeden Fall, da ist dieser Pfarrer, der heißt Judd.
00:05:49: Und auch, wie ich finde, sehr gut gespielt von Joshua Connor.
00:05:53: Und er hat eine gewalttätige Vergangenheit, also war Boxer, hat dann jemanden mal, den er überhaupt nicht mochte, sogar im Ring getötet.
00:06:00: Und ist dann danach... eben in die Küche eingetreten oder war, wurde dann, hat dann zum Glauben gefunden, der ihn aus seiner Vergangenheit eben erlösen sollte.
00:06:10: Und es dreht sich bei ihm ganz viel um Vergebung, um Zugewandheit, um dieses Weichwerden, um diese Aggressionen loszulassen, die ihn immer wieder wie so Schatten überfallen.
00:06:21: Und da kommt für mich so ein christlicher Geist, durch der ganz stark mit Mitgefühl und Mitleid zu tun hat.
00:06:29: Und jetzt ist es ja so, dass Mitleid, In der Philosophie Geschichte, ich habe ja mal Philosophie auch gemacht, doch jetzt nicht immer so positiv gesehen wurde.
00:06:38: Also Nietzsche war ja bekanntermaßen hier Gottes Tod mäßig unterwegs und meinte, also Mitleid ist wirklich das Schlimmste, was das Christentum verbreitet hat.
00:06:46: In der westlichen Zivilisation ist eine Krankheit und zwar eine spezifisch moralische Krankheit, die er so benannt hat.
00:06:53: die halt nicht von irgendwelchen Normen oder von Maximum geleitet wird.
00:06:57: Also Maximum, das sind ethische Normen, sondern es geht hier nur um Emotionen.
00:07:01: Also es geht um moralische Gefühle, von denen das Mitleid geleitet wird und erhält das für eine ansteckende Krankheit.
00:07:08: Also diese Form von moralischen Gefühlen, die überspringen.
00:07:11: Also das ist ja was, was eben auch Massen erfassen kann, dieser Warn und eben dieser sehr affektive Zustand und so weiter.
00:07:18: Und das ist eben was, was er verächtlich macht.
00:07:22: Dann habe ich halt diese Serie gesehen und dachte gut, also dieses gute und höhere Christentum mit seinem Mitleid, was eben diese, also eine ganz profonde Menschenliebe auch ausstrahlen soll, ist, also das ist starken Gefühlen nicht fremd.
00:07:36: Also Christentum, Mitleid, Gefühle, das hängt irgendwie schon sehr stark zusammen.
00:07:41: Und dann dachte ich mir, wie sieht das eigentlich in der Politik aus?
00:07:44: Weil wir haben ja eben eine christliche Partei.
00:07:46: und welche Rolle spielen Emotionen eigentlich in dieser Partei?
00:07:49: Welche Rolle spielen Emotionen eigentlich?
00:07:51: In der Politik sind Emotionen, die Politikerinnen äußern, sind die angemessen, sind die übertrieben, sind die geschlechtlich kodiert, also sind sie besonders weiblich, männlich oder so weiter, sind sie weniger autoritär oder strahlen sie gerade eine besondere Autorität aus.
00:08:08: Also insbesondere wenn wir jetzt nochmal aus einem christlichen Nixenliebe-Ding sprechen, was passiert da, wenn da so Gefühle hochkommen und... geht das für alle Gefühle gleichermaßen.
00:08:17: Als ich meine, bei Mitleid geht es ja auch viel um so Trauer, um Anteilnahme, um auch ein tränenreiches Bewegtsein.
00:08:25: Und das bringt mich halt zu unserem Kanzler Friedrich Merz.
00:08:29: Oha.
00:08:30: Denn der gilt ja so, sagt man, als eher impulsiv, als eher emotional getrieben.
00:08:36: Und dann dachte ich mir, wo haben wir denn jetzt in den letzten Monaten bei unserem Kanzler Merz oder vorher noch im Wahlkampf, da halt der Oppositionspolitiker mit Kanzlerambitionen eine sehr starke Gefühlsregung bemerkt.
00:08:50: Und welche Folgen hatte das?
00:08:52: Und in welchem Zusammenhang steht es vielleicht auch mit seinen christlichen Überzeugungen?
00:08:56: Aber vielleicht erst mal an dich die Frage, Simon, bevor ich da jetzt mehr mehr reingehe, ich habe da ein bisschen was vorbereitet.
00:09:02: Wie stehst du denn eigentlich zur Emotion in der Politik?
00:09:05: Findest du, dass politische Repräsentantinnen starke Emotionen zeigen?
00:09:10: sollten zeigen dürfen zeigen müssten Sie erfüllen ja die funktione gewisse haltung zu wahren sich eben nicht aus der fassung bringen zu lassen nüchtern zu sprechen.
00:09:26: das ist jetzt so diese alten rationalen ideale die man jetzt in einem westlichen politik stil vielleicht hochhält.
00:09:33: wie schieß du dazu?
00:09:34: Also ich muss sagen, dass ich darüber noch gar nicht so viel nachgedacht habe, weil das für mich einfach nicht so wirklich eine Dimension ist, in der ich über Politik und über Politiker in den Nachdenken, also vielleicht auch, weil man das so ja eher selten mitbekommt und das ja auch, sag ich mal, bei anderen Formen von, ich sag mal, Führungspersönlichkeiten, jetzt nicht unbedingt eine Dimension ist, in der man die mehr häufig von diesen Menschen irgendwie mitbekommt, also zum Beispiel, keine Ahnung, Blödes Beispiel, aber irgendwelche Firmenchefs oder CEOs sind jetzt nicht dafür bekannt, dass sie irgendwie ihre Emotionalität auf der Bühne auslassen.
00:10:12: So ein Gegenbeispiel, was ihm jetzt spontan einfällt, wäre diese eine Microsoft-Präsentation von vor zwanzig, dreißig Jahren, wo sie so, wo die ganzen Microsoft, also der CEO und CFO und so weiter, irgendein neues Produkt, ich glaube irgendeine Microsoft-Version vorstellen und dann... auf der Bühne rumtanzen und es läuft total absurde Musik und es ist so einer der frühen Internet-Memes geworden.
00:10:39: Und ich glaube es liegt daran, dass ich bisher nicht so in der Dimension Emotionalität über Politik nachgedacht habe, ist das halt, dass irgendwie so keine wirkliche Rolle dabei spielt, weil der Job den Politiker machen jetzt... nicht nur in unserer parlamentarischen, bürgerlichen Demokratie, sondern auch in einem Staat, den man sich von links irgendwie vorstellt und in irgendeiner Form von Gemeinschaft, die man sich von links irgendwie vorstellt, ist deren Job ja nicht unbedingt, dass sie irgendwie großen Emotionen und emotionsgeladenen Ausbrüche haben, sondern Emotionen vielleicht einfangen.
00:11:28: die in irgendwas Produktives umwandeln und sich fragen, okay...
00:11:31: Also in Mehrheiten vor allem.
00:11:33: Ja, in Mehrheiten, was heißt in Mehrheiten?
00:11:35: Sondern ich meine jetzt, also wenn man nochmal weiter weg von irgendwie parlamentarischer Demokratie geht, würde ich eher sagen, okay, dass man halt schaut...
00:11:44: Na ja, ob du jetzt wieder schaffst, wenn du eine Anhänger schaffst, ist ja fast ein bisschen egal.
00:11:47: Es geht einfach darum, Menschen in der Sicht zu sammeln und dort ein Gefühl auszudrücken, was vielleicht in der Bevölkerung vorherrscht.
00:11:54: Also wirklich... dieser Emotionalität oder durch sein eigenem Körper diesen Gefühl, die man auf der Straße wahrnimmt, einen Ausdruck zu verleihen.
00:12:02: Das ist ja durchaus eine Funktion, die man jetzt populistisch finden kann oder repräsentativ oder autoritär, aber das ist ja erstmal was, was auch Politiker in durch alle Zeiten eine Geschichte gemacht haben.
00:12:12: Von dieser Emotionalität rede ich aber erstmal nicht.
00:12:15: Also es geht ja nicht darum, eine Emotion aufzunehmen und durchlässig zu werden dafür und sie eben zu inszenieren, eben auf einer Bühne, sondern es geht darum, Also, wo ich jetzt ein bisschen hin möchte, auf wirklich das Persönliche bewegt sein.
00:12:28: Also,
00:12:29: die Ergriffenheit,
00:12:31: die Politiker in Aussicht selbst und durch sich selbst öffentlich zeigen.
00:12:37: Also, mir ging es eher darum, also, vielleicht kann ich das an einem Beispiel so illustrieren, also, wenn man sich eine fiktive, keine Ahnung, prä-moderne Dorfgemeinschaft vorstellt von, weiß ich nicht, zwanzig Leuten, und dann gibt es einen Dorfältesten oder so, der bekommt dann mit, dass viele Leute in seiner Dorfgemeinschaft irgendeine bestimmte Emotionen haben, zum Beispiel die sind sauer darüber, dass nicht mehr genug Fisch gefangen wird.
00:13:07: Und das ist dann irgendwie eine Emotion, die er mitbekommt und mit der er umgehen muss.
00:13:11: Und wo man dann sich vielleicht fragt, okay, was könnte ich machen, ich als Dorfältester, könnte ich vielleicht mit dem benachbarten Dorf irgendwie ein Handeleingehen, dass wir unsere Fischzufuhr irgendwie hochfahren, also ist alles sehr konstruiert.
00:13:29: Aber was ich damit sagen will, ist dass quasi die Emotionen irgendwie was bedeuten und das im Prinzip auch ein, ich will nicht sagen Handlungsauftrag, aber zumindest mal ein Handlungsspielraum für jedwede Form von politischen Führungspersönlichkeiten irgendwie eröffnet.
00:13:48: und ob dieser Dorf älterster selber dann sich irgendwie von diesem Fischmangel emotional mitreißen lässt, ist mir irgendwie egal.
00:13:54: Also es kann er gerne machen oder halt auch nicht.
00:13:57: Aber es ist für meine Bewertung, also für einen Bewertungsmaßstab irgendwie für mich nicht so relevant bisher gewesen.
00:14:05: Verstehst du das?
00:14:06: Das kann ich sehr gut verstehen und deswegen finde ich besonders wichtig, dass wir jetzt über Friedrich Merz reden.
00:14:11: Sehr gut.
00:14:11: Unseren Dorf ältersten quasi.
00:14:13: Unseren
00:14:13: Dorf ältersten sozusagen, dass ich diese Wahrnehmung von dir oder vielleicht auch diese Priorisierung, auf was man achtet oder was nicht so wichtig ist, ein bisschen verschieben kann, weil ich glaube, es ist sehr bedeutend, auf die Gefühlsregungen von Friedrich Merz zu achten und ich würde gerne belegen, warum.
00:14:29: Wir drehen so ein bisschen die Uhr zurück und springen an den Anfang des Jahres, und zwar an den Zweiundzwanzig, Januar, Zweihntausendfünfundzwanzig.
00:14:37: Dort hat der Messerangriff in Aschaffenburg stattgefunden, an dem ein Kleinkind und ein Erwachsener mit einem Messer getötet worden ist.
00:14:45: Es wurden noch zwei Erwachsene schwer verletzt und auch noch ein anderes Kleinkind, die in der Szene waren, die beiden Erwachsenen sind, auch mit eingegriffen und wollten halt den Täter mit seinem Messer irgendwie aufhalten.
00:14:57: Täter selbst ist ein achtundzwanzigjähriger gewesen aus Afghanistan, der auch zu diesem Zeitpunkt ausreisepflichtig war.
00:15:05: Und in der Verurteilung des Gerichts oder in der, also da gibt es ja dann auch Sachverständige und so weiter, also genaue psychische Gutachten wurde als Motiv festgestellt, eine paranoide Schizophrenie.
00:15:17: Diese Fakten erst mal so dahinten gestellt.
00:15:20: Dann hat kurz danach, also ich weiß nicht, ob am selben Tag oder ein Tag später mir gar nicht ganz sicher eine Fraktionssitzung stattgefunden, an der auch März teilgenommen hat und aus Insiderkreisen hieß es, also das ist jetzt ein Bericht, den Robin Alexander verfasst hat von dieser Fraktionssitzung, der ja sehr, sehr gut vernetzt ist als einer der Top Journalisten dieses Landes, was zur Politik angeht.
00:15:39: Also jetzt nicht unbedingt was man als Hörerung angeht, aber seine Connections, dass März regelrecht erschüttert war und dass ihm zeitweise auch die Stimme gestockt ist von diesem Schilderung.
00:15:51: Also er war sehr bewegt davon.
00:15:53: Sechs Tage später, am achtzehnzehnten Januar, kommt es dann zu einem Statement der Unionsfraktion und es März sagt dort Wort wörtlich und ich zitiere jetzt aus dieser Sitzung.
00:16:04: Ich weigere mich anzuerkennen, dass die Taten von Mannheim, Solingen, Magdeburg und jetzt Aschaffenburg die neue Normalität in Deutschland sein soll.
00:16:13: Das Maß ist endgültig voll.
00:16:16: In Folge auf diese Sitzung beschließt die CDU dass sie einen Entschließungsantrag stellen wird, also einen unterbindlichen Antrag, der der Regierung anempfohlen wird, zu einer massiven Verschärfung des deutschen Migrationspolitik und geht dafür oder nimmt es in Kauf, dass die AfD Mehrheitsbeschaffer für diesen Entschließungsantrag wird.
00:16:39: und in der Tat die AfD stimmt fast geschlossen für diesen Entschließungsantrag, den die CDU reingebracht hat.
00:16:45: und die CDU selber stimmt auch geschlossen dafür ab mit einer einzigen Ausnahme, Antje Tillmann, die man hier nochmal ernamentlich nennen sollte, die als einziger aus der gesamten CDU-Fraktion dagegen gestimmt hat.
00:16:56: Also wir haben hier... Das haben sich aber ein paar enthalten, ne?
00:17:00: Ja, aber wirklich nur hier.
00:17:02: Stopp auch unter anderem Roderich Kiesewetter, lustigerweise.
00:17:05: Wunderbar.
00:17:06: Aber es geht trotzdem ein von der breitesten Mehrheit der CDU und CSU-Geschützte Antrag... ins Parlament ein und geht mit Stimmen der AfD durch.
00:17:15: Das war auf jeden Fall ein krasser Bruch mit allem, was hier an Brandmauergeräte existiert hat.
00:17:19: Und das war ja auch eigentlich der Fall.
00:17:21: Da wurde ja dann auch nach innen nicht mehr viel von gesprochen.
00:17:24: Auf die Idee, dass es vielleicht nicht an einem kulturellen Hintergrund liegen könnte, dass jemand wahllos Menschen auf offener Straße niedersticht und Kinder, vor allem das eine getötete Kind war, auch marokkanisch.
00:17:38: Also das war jetzt noch nicht mal mehr irgendwie Hass auf, weiß ich nicht.
00:17:41: deutschen oder so etwas, sondern dass es hier um eine schwerstmögliche Form von einer psychischen Erkrankung geht, also einer paranoiden Schizophrenie und dass dann eher Fragen aufwürfen von einer psychischen Gesundheitsversorgung als jetzt nach geschlossenen Grenzen und Abschiebungen, das sind die Überlegungen, die März gar nicht kommen.
00:17:59: Was er aber macht, er hat eine ganz starke emotionale Ergriffenheit und verbindet sie dann sofort mit einer politischen Entschlossenheit, die durch seine Gefühle auch politisch, auch inhaltlich bestätigt werden.
00:18:12: Das heißt, die Emotionalität ist jetzt nicht irgendwie in eine Form von Korrektiv oder so, da man fragt sich jetzt, ja, warum bin ich eigentlich bewegt und traurig über was und welche Ursache hat, sondern sie ist ein Katalysator für eine politische Entscheidungslage.
00:18:26: So, jetzt werden wir sagen, ist das nur ein Einzelfall, aber wir gehen weiter.
00:18:30: Wie gesagt, es geht jetzt um öffentliche und berichtete emotionale Aushaltungen von März.
00:18:36: Dann ein bisschen jüngere Vergangenheit.
00:18:40: März, eröffnet die Synagoge in der Reichenbachstraße in München.
00:18:44: Und er zitiert dort die anwesende Rachel Sanamanda als an die Jüdin.
00:18:49: Und dort sagt er, und ich zitiere aus seiner Rede, sie haben in einem ihrer Bücher geschrieben, dass sie, ach so, und das muss man dazu sagen, er liest das, also er redet, er hält diese Rede und währenddessen kann ich jetzt nicht nachspielen oder so, könnt ihr euch noch mal im Internet anhören, ist er kurz davor zu weinen.
00:19:04: Also ihm durch die Stimme immer wieder weg, seine Augen werden rot.
00:19:07: Sie haben in einem ihrer Bücher geschrieben, dass sie als Kind immer wieder diese eine Frage stellten, und da stockt er extrem stark, ob denn den Juden niemand geholfen habe.
00:19:17: Ohne ein Festhalten an der Hoffnung auf eine positive Antwort, so schreiben sie weiter.
00:19:21: Ohne ein Festhalten an der naiven Hilfserwartung des Kindes wären wir doch als Menschen verloren.
00:19:27: Und immer wieder stockt ihm eben die Stimme.
00:19:29: Und was passiert dann?
00:19:32: Er will auch... helfen.
00:19:34: Er ist emotional bewegt, Antisemitismus ist ein Problem und wenige Tage später kommt dann die Antisemitismus-Resolution.
00:19:41: Diese Resolution trägt den Titel nie wieder es jetzt.
00:19:45: Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und stärken.
00:19:49: Was darin enthalten ist, ist ein Mittelentzug bei vermutetem Antisemitismus, also bei öffentlichen Förderungen, was bei Kunst und Wissenschaftsfreiheit ja durchaus bedenken, also hervorruf, denn Es geht ja hier nicht darum, dass man jetzt einfach nur gegen Antisemitismus ist, was selbstverständlich ist, sondern es geht darum, dass diesen Fördermitteln eine weitere Instanz einer staatlichen Kontrolle und Prüfung eingeschoben wird, von der gar nicht klar ist, nach welchen Kriterien findet das eigentlich statt, ganz genau.
00:20:18: Wer prüft das eigentlich?
00:20:19: Wer kann diesen Mittelentzug jetzt eigentlich holen?
00:20:20: Also mit dieser Antisemitismus-Resolution hat man die etwas abstruse Situationen geschaffen, in der dann jüdische Künstlerinnen und Künstler eingeladen werden, um dann ein Bekenntnis abzulegen, dass sie nicht antisemitisch sind.
00:20:34: Zwangsweise.
00:20:35: Das ist doch abstrus.
00:20:37: Das heißt, was wir hier wieder haben, ist so eine Verbindung mit Emotionen und Politik.
00:20:43: Wir sehen, dass März extrem bewegt ist von diesem Thema Antisemitismus und er setzt es aber um in politische Entscheidungen.
00:20:50: Er redet von importiertem Antisemitismus.
00:20:52: Er redet von Antisemitismus von links.
00:20:54: Obwohl gleichzeitig auf EU-Ebene, die Konservativen bereits ganz offen mit den Faschisten im Parlament zusammenarbeiten, um Menschenrechte nicht ganz so stark zu reporten von größeren Konzernen oder Klimaschutzmaßnahmen.
00:21:08: Dafür arbeiten die mit Faschisten zusammen.
00:21:10: Das heißt, wir haben hier eine ganz krasse, jetzt will man sagen, kognitive Dissonanz, also ein inhaltlich extrem Widerspruch, der aber über diese Emotionen überbrückt wird.
00:21:18: Das heißt, die Emotionen von März und dieses Gefühlfalle bewegt sein, da das validiert den offenen Widerspruch seiner Politik.
00:21:27: So.
00:21:28: Jetzt gehen wir noch weiter in die fast jüngste Vergangenheit, um das dritte Beispiel jetzt noch zu nennen.
00:21:32: Also es ist exakt zwei Monate später, am fünften Dezember, das war ja also letzte Woche, da war Selensky in Berlin zu Besuch und es gibt eine gemeinsame Presseveranstaltung, wo die eben ihre Seitmens abgeben.
00:21:45: Und dann fängt März an zu reden, tritt an das Mikrofon und die ersten Worte, die er sagt, Und wieder stockt ihm die Stimme vor seiner eigenen emotionalen Ergriffenheit.
00:21:54: Und er sagt folgendes, manchmal wache ich morgens auf und denke einen kurzen Augenblick, ist das alles nur ein böser Traum.
00:22:01: Und schon in derselben Minute wird mir klar, nein, das ist kein böser Traum.
00:22:05: Das ist seit fast vier Jahren ein täglicher Albtraum.
00:22:09: Jeden Tag und jede Nacht für dieses Land.
00:22:12: Wie gesagt, gell?
00:22:13: Also, wir reden hier von dem deutschen Kanzler, der neben Silenz gesteht und nicht nur für die Ukraine, Sondern für uns alle seit fast...
00:22:22: Ach, mit dieses Land meint Herr Deutschmann.
00:22:24: Das heißt ja
00:22:25: nie ganz so ganz genau.
00:22:26: Und nicht nur für die Ukraine, sondern für uns alle.
00:22:28: seit fast vier Jahren ist Krieg zurück in Europa.
00:22:31: Punkt.
00:22:33: Und jetzt dachte ich mir... Also Groteska geht's doch eigentlich gar nicht.
00:22:37: Da ist der Staatschef eines Volkes, der neben dir steht.
00:22:41: Also, dass seit vier Jahren in Grund- und Bodenbomber diert wird, mit einer teils genozidalen Absicht von Russland.
00:22:50: Und auf der anderen Seite ist Deutschland ohne jede direkte militärische Involvierung.
00:22:54: Und der Bundeskanzler steht da und sagt, er macht jeden Morgen auf.
00:22:57: Und es ist ein böser Traum.
00:22:58: Und ich habe gesagt, ey, Alter, du bist nicht ein einziges Mal in Bucke gegangen.
00:23:02: Was ist los mit dir?
00:23:03: Du hast niemanden an einen Angehörigen in der Ukraine verloren.
00:23:06: Niemand hat in irgendeiner Weise deutsches Territorium angegriffen oder überschritten.
00:23:11: Vor allem nicht irgendwelche irregeworden Autoritären, die ihre Millionenarmee auf dich hetzen.
00:23:17: Was willst du hier?
00:23:18: Aber nein.
00:23:19: Er ist wirklich emotional ergriffen.
00:23:22: Jetzt gibt es Leute, die da doch schon eine Kompetite haben, die das dann nur Krokodil drehen und so.
00:23:25: Und der ist das Rheinland-Nazismus, der ist einfach nur von seiner eigenen Geilheit irgendwie besorfen und so.
00:23:29: Und ich denke, das ist jetzt noch nicht so ganz genau.
00:23:34: Das ist nicht so ganz genau.
00:23:36: Wenn wir uns mal anschauen, wofür Emotionen eigentlich da sind.
00:23:39: Also jetzt, das ist jetzt ein bisschen so eine Emotionstheorie, die man haben kann.
00:23:42: Und dann, die ich auch glaube, dann sind Emotionen evolutionsbiologisch entstanden, weil uns das Emotional angeht, was für unser Überleben notwendig ist.
00:23:53: Und für das Überleben von Menschen, die eine Spezies sind, die länger groß werden als jede andere Tierart auf dieser Erde, nämlich ungefähr sechs bis zwanzig Jahre bis praktisch menschliche Exemplare von dem Säuglingsstadium bis eben zum Erwachsenen Alter ausgewachsen sind, diese unendlich lange Zeit, in der so unendlich viel passieren kann und in der unendlich viele Ressourcen aufgewendet werden müssen, um uns überhaupt überlebensnotwendig zu versorgen, ist die menschliche Gemeinschaft und Gesellschaft maßgeblich.
00:24:20: Es geht nicht ohne.
00:24:20: Wir können es nicht alleine schaffen.
00:24:21: Und vor allem nicht in prä-industriellen Zeiten, wo einfach auch die Produktivität niedrig war, die Sterblichkeit hoch und so weiter.
00:24:27: Wir brauchen andere Menschen grundlegend.
00:24:29: Das heißt, Sozialität ist für unser Überleben notwendig.
00:24:32: Und diese Sozialität wird vermittelt und ausgedrückt und kommuniziert und deutlich gemacht über Emotionen.
00:24:38: Indem ich fühle, zeige ich, wie es mir gerade geht.
00:24:41: Andere können auf mich und meiner Bedürfnisse reagieren.
00:24:45: Über Emotionalität werden soziale Bande geknüpft, die uns in eine Gemeinschaft einbetten, die eben dafür sorgt, dass wir nicht alleine sind und dass wir versorgt werden.
00:24:54: Dadurch, dass menschliche Gemeinschaften so sehr notwendig waren für das biologische Überleben des menschlichen einzelnen Organismus, hat sich auch wirklich neben dem normalen körperlichen Bedürfnissen nach Essen und nach Trinken und nach Schlaf, nach Wärme und nach Trockenheit.
00:25:11: eben auch ein emotionales Bedürfnis entwickelt, das genauso tief ist wie diese körperlichen Bedürfnisse, weil sie genau auf der gleichen Ebene stattfinden.
00:25:18: Also wenn wir nicht in der Gemeinschaft sind, die wir, also als der wir uns einen Teil fühlen oder deren Teil wir auch durch unsere emotionalen Bande sind, dann können unsere körperlichen Bedürfnisse nicht erfüllt werden.
00:25:29: Und deswegen ist es auch kein, also gibt es auch keinen großen Sinn, das so stark zu trennen.
00:25:34: Also menschliche Bedürfnisse nach Gefühlen sind auf einer gleich tiefen Ebene wie menschliche Bedürfnisse nach eben essen und trinken und so weiter.
00:25:43: Auch diese Experimente, wo dann die Babys eben nicht erworgt werden und so weiter und dann auch alle daran verenden.
00:25:48: Also das kann man wirklich wortwörtlich nehmen.
00:25:51: Wenn wir also wieder zurückgehen zu März und sagen, dass das Gefühle etwas ausdrücken, was für unser Überleben existenziell wichtig ist, dann müssen wir beim März ja fragen, welche existenzielle Ebene wird denn bei ihm berührt, dass er so sehr ergriffen ist?
00:26:09: vor allem auch von Sachen, die ihn eigentlich gar nicht betreffen.
00:26:12: Und das wäre jetzt meine steile These, ich glaube, dass es bei Merz so ist, dass es seine eigene Macht ist, seine eigene politische Macht, die ihn so existenziell berührt, dass er bei den Themen, die innerhalb seiner Sphäre und innerhalb seiner Machtinteressen liegen, eine Emotionalität hervorrufen.
00:26:32: Das heißt, wenn Merz merkt, hier ist was im Gange, was mein politisches Thema begrüht, was ich gerade behandle und wo ich meine Macht ausdrücken kann.
00:26:41: Dann wird er emotional und deswegen ist es auch völlig logisch, dass aus seinen Emotionen so klare politische Positionen folgen und so klare politische Konsequenzen gezogen werden.
00:26:50: Also wenn ihr sagt, er ist emotionsgetrieben und macht eine Politik, die emotional ist, dann würde ich halt sagen, Das stimmt gewissermaßen.
00:26:58: Also die Gefühle, die Merz hat, die zu einem politischen Programm führen, die validieren seine politischen Entscheidungen, diese Gefühle, sie überblenden die offenen Widersprüche seiner Politik und man kann auch nicht so gut gegen sie argumentieren.
00:27:08: Also er wirkt ja ungeheuer, authentisch und kann irgendwie, also da kann man ja auch nichts gegen sagen.
00:27:14: Aber die Frage ist, was wird eben bestätigt?
00:27:16: Was ist eben authentisch?
00:27:17: Es ist nicht Merz als gefühlvoller Mensch, sondern es ist Merz Wille zur Macht, die in seine Emotionen bestätigen.
00:27:23: Und deswegen hat Nietzsche in dem Sinne Recht, hier haben wir wirklich es damit zu tun, dass das Mitleid von Friedrich Merz eine moralische Krankheit ist, die ihn so sehr pervertiert hat, weil er eine Politik damit rechtfertigt und manifest macht, die wie ich finde katastrophale Folgen hat.
00:27:38: Das wäre das Psychogramm unseres Kanzlers und ich würde sagen, das war mein Thema.
00:27:46: Dana Wetter, das ist ein Monolog.
00:27:50: Das ist ein beeindruckender Konklusio.
00:27:53: Ich muss sagen, ich habe noch nie so viel über das Psychogramm von unserem Dorfeld das nachgedacht.
00:27:59: Aber würdest du sagen, also es gibt diesen einen Spruch über März, den habe ich neulich wieder irgendwo gelesen und ich finde den so wahnsinnig akkurat.
00:28:08: Nämlich, dass er halt eigentlich... ...von zwanzig Jahre lang Kanzler werden wollte, aber nie Kanzler sein wollte.
00:28:16: Und es ist erst geworden.
00:28:18: Und jetzt merkt er, wie... Also wie fast in also nicht in kompetent sondern in adäquat er für diesen job eigentlich gerüstet ist sowohl emotional als auch intellektuell und und ich sag mal führungstechnisch.
00:28:32: also er kriegt ja einfach sein laden nicht, sag ich mal in rei und glied.
00:28:38: und würdest du sagen, dass dieses psychogramm über seine sehr spezifische emotionalität dann auch daher rührt, dass er sich dieser dieser in adäquatheit irgendwie bewusst wird?
00:28:51: und gerade in diesen einschneidenden Momenten, gerade jetzt auch mit dem Zelenski-Besuch, wo man ja wirklich merkt, auch die, sag ich mal, geopolitische Großwetterlage sieht für Westeuropa jetzt nicht wirklich rosig aus und die EU hat sich jetzt irgendwie darüber verhagelt, ob sie die eingefrorenen russischen Assets verwenden darf, wollte man erst ja sagen, dann war es doch nicht so.
00:29:15: und jetzt hat man neue Schulden geschaffen.
00:29:17: Und ich bin gespannt, was passiert, wenn die USA denen im Markt Grönland wegnimmt.
00:29:22: Ja.
00:29:22: Ja, also bist du bereit für Grönland zu kämpfen?
00:29:25: Also ich hab dir heute schon per WhatsApp geschrieben, dass ich mich auf den Grönland-Thaiwanesischen Dritten Weltkrieg bereite.
00:29:36: Also zumindest kognitiv, jetzt nicht so prepermäßig.
00:29:39: Ja doch, du prepst dich gerade, indem du einfach nach Tirol abgehauen bist in die Berge, in die jetzt dich da irgendwo in den Bunkern versteckst wahrscheinlich.
00:29:46: Ja, also... Hier würde ich auf jeden Fall hinkommen.
00:29:48: Ich kann mir kaum vorstellen, dass man hier groß einmarschieren kann.
00:29:51: Obwohl mir auch gesagt wurde, dass die ja auch irgendwelche Mörsergeschütze die Berge hochgeschleppt haben und so.
00:29:56: Und dass die Italiener auf der anderen Seite des Berges auch irgendeine Militärbasis haben und so weiter.
00:29:59: Also es ist, man ist nirgendwo sicher, vor der Zerstörungslust der Menschen.
00:30:04: Also wenn ich mir den blauen Himmel in deinem Hintergrund anschaue, dann denke ich mir so, da kann man es wirklich aber aushalten, wenn man sich quasi vor dem grönländisch-thai-vanesischen Dritten Weltkrieg irgendwie versteckt.
00:30:14: Also wenn mein Ferienhaus jetzt ... Fünfzehn Meter unter der Erde wäre und dann hätte man diese beleuchtete Fake-Zimmer-Fensterwand hinter mir gehen.
00:30:23: Das wäre eigentlich, also gibt's schlimmere Schicksale.
00:30:27: Und gerade auch jetzt quasi, dass Merz merkt, Westeuropa geht's wirklich nicht gut.
00:30:33: Die, sag ich mal, geopolitischen Kompetenzen und das geopolitische Gewicht schwindet immer weiter und das ist das wirklich einfach eine... Also eine wirkliche Verzweiflungshandlung ist, dass er auf offener Bühne steht und weint oder fast weint oder die Stimme eben so bericht, dass es wirklich also offene Verzweiflung ist.
00:30:54: Ja.
00:30:55: Meinst du, also das spielt er irgendwie mit rein?
00:30:58: Ich glaube, das kommt eben im Nachhinein.
00:31:00: Also wenn er das so merkt und das entgleitet ihm so ein bisschen, erfasst sich wieder, aber ich weiß nicht, wie das dann so in der Nachbesprechung oder in diesem reflektieren danach in sein hotelzimmer kommen oder in seine in sein zu hause und dann über diesen aufritt nachdenkt und über diese emotionen und dann vielleicht auch schon ab und zu denken krass ich bin schon ganz schön dünn heutig.
00:31:29: Aber jetzt auch nicht unbedingt zustande ist wo man sich jetzt gut am riem reißen kann.
00:31:35: Also ich finde gerade im Vergleich zu Olaf Scholz, das war so ein Trockenbrötchen, das war wirklich brutal.
00:31:42: Und gerade in dieser Untervorheit, irgendwie so ein Merkel oder so, da ist er in einer Reihe von Leuten, wo man echt denkt, ja gut.
00:31:54: Also das ist quasi dann, wenn ich das so zusammenfassen sollte, denn Psychogramm er ist quasi auch ehrfüchtig im Angesicht seiner eigenen Macht.
00:32:05: Und die erschüttert ihn emotional.
00:32:06: Und
00:32:07: die erschüttert ihn.
00:32:08: Er ist so wenig gefestigt sozusagen in dieser Macht.
00:32:10: Es geht ja bei Gefühlen auch, wenn etwas existenziell ein angeht, oder existenziell auch bedroht wird.
00:32:15: Und das ist ja immer so ein Ding.
00:32:17: Also ich glaube er ist in seiner Macht oder in seinem Willen zur Macht irgendwie nicht gefestigt.
00:32:21: Da ist so eine ganz große Unsicherheit, wenn ich jetzt mal hier einen auf Psychiatra so machen darf.
00:32:27: Ja.
00:32:28: die, glaube ich, immer wieder dazu führt, dass er so wahnsinnig emotional wird und dann aus diesen impulsiven Emotionalitäten in eine eben völlig katastrophale Politik ableitet.
00:32:37: Aber wäre die Politik weniger katastrophal, wenn er irgendwie abgebrühter wäre?
00:32:42: Weil ich glaube, dann wäre er ja immer noch ein rechtskonservativer Ideologe.
00:32:47: Ja, natürlich natürlich.
00:32:48: Also ich meine, das ist nur diese öffentlichen Momente, wo er auch seine quasi in Ehrfurcht seiner Macht erstarrt und aber dann auch quasi seine eigene, ja, sein fehlendes Rüstzeug davor irgendwie wahrnimmt.
00:33:08: Also er sieht quasi seine Handlungsspielraum.
00:33:12: und weiß, dass er quasi seine Instrumente aber irgendwie nicht dafür reichen, weißt du ich mal?
00:33:16: Aber andersherum.
00:33:17: Also vielleicht eher für mich sind diese Emotionen von März wie so ein politisches Frühwarnsystem, weil ich jetzt eben versucht habe, da zu legen, wenn er diese Ergriffenheit zeigt, dann sind das politische Sphären, in denen er irgendwie in seinem Wind und zur Macht existenziell berührt wird und dann auch politische Konsequenzen folgen.
00:33:38: Ich glaube, das ist was, was man auf jeden Fall mit... mit beobachten könnte, mit beobachten sollte.
00:33:43: Ja.
00:33:44: Gut, also, wenn ihr, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr März weinen seht, dann rennt in den Bunker irgendwo in Tirol und versteckt euch, weil irgendwas Schlimmes wird passieren.
00:33:54: Ich muss dir mir gerade so vorstellen, dass wir eigentlich mal hinter diese Sendungen, wo man irgendwie so Chicken Wings ist, die immer schärfer werden, weißt du?
00:34:00: Ja, Hot Ones.
00:34:01: Hot Ones.
00:34:02: Ja.
00:34:02: Hey, Hot Ones mit Friedrich Merz.
00:34:05: Gott.
00:34:08: Es geht noch auch so.
00:34:09: Wen würdest, welche Person würdest du am allerliebsten mal in Hot Wands sehen?
00:34:12: Es gibt dir jetzt Hot Wands Germany und da war noch...
00:34:16: Du würdest Interviewen.
00:34:17: Okay, es gibt dir Hot Wands Germany und da war jetzt irgendwie der Sebastian Hots neulich.
00:34:23: Wen würde ich interviewen?
00:34:26: Boah, gute Frage.
00:34:27: Ich glaub so jemand, wo ich glaube, die Person hält scharfes Essen so gar nicht aus.
00:34:35: Ja.
00:34:35: Und... Katrin Göring Eckhardt.
00:34:39: Boah,
00:34:40: das ist ja knallhart, Alter.
00:34:42: Also, vielleicht auch kleiner Spoiler dahingehend, welche Bücher ich demnächst verschlingen werde an dieser Stelle.
00:34:50: Ich habe mir richtig was Schlimmes gegönnt im Buchladen.
00:34:54: Aber ich glaube, dass sie so eine richtig scharfe Chili-Sauce vor sich hat.
00:35:01: Junge, Junge, Junge.
00:35:02: Ich glaube, die käme richtig ins Schwitzen.
00:35:04: Also
00:35:04: ich hätte jetzt gedacht, dass du aus der Pistole geschossen, Frank, bei der Steinmeier sagst.
00:35:10: Nein, Zartmann natürlich.
00:35:12: Nein, auch das nicht.
00:35:14: Wen würdest du denn mitnehmen?
00:35:17: Frank-Walter Scheinmann natürlich.
00:35:18: Okay, Frank-Walter Scheinmann, gut.
00:35:19: Ja, dann kann man da vielleicht noch mal ein richtig schön demokratisches Wir konstruieren.
00:35:24: Naja, ich habe noch eine kurze abschließende Anmerkung zu Knives Out zu dem dritten Film, den du gesehen hast.
00:35:30: Ich habe den auch im Kino schon geschaut.
00:35:31: Ich muss sagen, ich fand den nicht besonders gut.
00:35:33: Ich fand den zweiten Teil Gläßonien.
00:35:35: Also als Kinofilm
00:35:36: würde ich ihn auch nicht gucken.
00:35:38: Ja, Daniel Craig ist schon, den würde ich gerne schon auf einer großen Leinwand immer gut achten.
00:35:42: Und er hat natürlich den besten James Bond Film aller Zeiten gemacht, nämlich Skyfall.
00:35:46: Skyfall ist wirklich Perfektion von vorne bis hinten.
00:35:52: Ich muss sagen, ich fand den zweiten Knives-Out-Film, also Glass Onion, den auf der Insel, so während der Pandemie mit diesem irren Milliardär, der halt so offensichtlich irgendwie Elon Musk darstellen soll, fand ich sehr unterhaltsam.
00:36:02: Und auch das Ende, wo dann der Song von, ich glaube, Nat King Cole läuft Mona Lisa und im Moment wird dann quasi gibt es diesen Wettlauf, wer kann den Schalter umlegen.
00:36:15: Also Spoiler an der Stelle, aber juckt den Schalter umlegen, dass quasi der Schutzglas vor der echten Mona Lisa runterfährt, damit auch dieses Meisterwerk zerstört wird und dieser Milliardär wirklich ruiniert wird.
00:36:30: Und es ist so ein toller Moment, das einfach schön so konstruiert vom Plot und von der Von der Filmografie her, nicht Filmografie.
00:36:41: Welches Wort meine ich von der Inszenierung?
00:36:43: Ja, ich finde
00:36:45: es auch, es gibt kein gutes englisches Wort für Inszenierung.
00:36:47: Ja, ich habe gerade überlegt, das Wort, warte, diesen Begriff, mise en scene, ist das den Beschreibter des?
00:36:56: Ja, oder?
00:36:57: Ich habe keine
00:36:58: Ahnung.
00:36:58: Das ist so aus der, aus der, oh Gott, irgendwelche Filmbrows müssen mir mal schreiben, ob ich diesen Begriff gerade richtig verwendet habe.
00:37:05: Aber na ja, und ich wollte eigentlich noch sagen, in den dritten Film, also der neue... Warte mal, da
00:37:09: kann ich kurz ein Gedanke noch zu dem zweiten sagen, weil ich meine, es geht ja darum, dass die Mona Lisa eben verbrennt mit diesem Meliadea, der dann ja, der dir halt gemietet hat und deswegen für sie haften muss und so weiter, weil er offensichtlich dann nicht diesen Sicherheitsmechanismus gedingst hat, weil er das nicht wollte, weil er es uncool fand.
00:37:24: Und... Ich fand es so interessant zu sehen, dass dann diese Mona Lisa verbrennt.
00:37:27: Und ich dachte mir, ich empfinde bei dieser Szene gar nichts.
00:37:30: Also, es ist mir scheißegal, ob die Mona Lisa verbrennt.
00:37:34: Das erste Kunstwerk auf dieser Erde, was ohne, dass es irgendjemanden jucken würde, verbrannt werden könnte, wäre die Mona Lisa.
00:37:40: Weil sie so oft repliziert worden ist und von allen Menschen auf diese Planeten gesehen worden ist.
00:37:45: Es braucht so original nicht mehr.
00:37:46: Das ist ins kulturelle Gedächtnis bereits eingepflanzt.
00:37:48: Und das... Warte, jetzt kommt nämlich der Klo.
00:37:52: Und genauso... ist es doch eigentlich mit den Milliardären.
00:37:55: Die könnten von heute auf morgen figuratively verbrennen.
00:38:01: Es würde niemanden jucken.
00:38:03: Die wären einfach weg, Puff.
00:38:04: Wird keine Sau interessieren, würde keiner merken.
00:38:07: Also würdest
00:38:07: du jetzt quasi
00:38:08: Mona Lisa mit den Milliardären vergleichen?
00:38:12: Ja, es ist mir gerade so gekommen als Gedanke, was auch immer das mit diesem Gleis an den zu tun haben, soll ich aber gar nichts.
00:38:16: Aber es ist auf jeden Fall was, wo ich mir echt dachte, so ja.
00:38:21: Ich fühle nichts.
00:38:23: Ich fand es doch eine sehr, sehr gut gemachte Szene auch mit der Musik, die ja so ein bisschen cheek and tongue and cheek mit der Person, also mit der dargestellten Person Mona Lisa umgeht und sagt irgendwie, wie geht der Text nochmal?
00:38:41: Also er fragt sich so, warum lächelst du?
00:38:44: Warum hast du dieses mysteriöse Lächeln?
00:38:46: Wer bist du eigentlich?
00:38:48: Bist du eine Frau, die quasi immer nur für Männer lächelt, die für Leonardo da Vinci lächeln musste und jetzt für Millionen von Männern, die dich anschauen?
00:39:00: Und dann endet quasi diese Sequenz mit dieser Songzeile.
00:39:04: Or are you just another lovely lonely piece of art?
00:39:09: Und dann verbrennt sie.
00:39:10: Und ich finde, das ist schon... Wow!
00:39:12: Wow!
00:39:13: Naja, anyways, dritter Teil.
00:39:15: Knives out.
00:39:16: Also der neue Teil heißt Wake Up Deadman.
00:39:18: Da geht es viel um den Pfarrer, den du beschrieben hast.
00:39:22: Und ich muss sagen, ich fand den Film so sehr überladen von Themen.
00:39:25: Also es werden so ganz viele Sachen irgendwie angesprochen.
00:39:28: Und dieser böse Pfarrer, also Josh Brolin, spielt den, glaube ich, ist ja auch so eine Trump-Figur.
00:39:34: Also hat so ein Trump-Pesken Kult irgendwie hinter sich.
00:39:37: Und da wurden so viele Sachen irgendwie kurz reingeworfen in den Filmen, dann aber nicht weiter verfolgt.
00:39:43: Und ich fand das sehr... All over the place, auch wenn ich den Regisseur Ryan Johnson sehr, sehr schätze.
00:39:49: Nicht zuletzt für seine Breaking Bad-Folge mit der Fliege.
00:39:53: Aber es gab eine Stelle in Wake Up Deadman, die mich sehr berührt hat und die, also auch wahnsinnig gut von der Inszenierung und vom Timing her ist, da ist er quasi der gute Pfarrer.
00:40:09: Ich weiß nicht mehr, wie heißt das Hausspieler?
00:40:13: Genau, und Daniel Craig, also der Detektiv, die sind in einem Raum und suchen irgendwie nach Hinweisen und überlegen und alles ist total hektisch.
00:40:24: Und sie sind irgendwie auf der Suche nach Hinweisen, um diesen Mord zu lösen.
00:40:29: und dann wird der Pfarrer angerufen und dann klingelt das Telefon und irgendeine Sekretärin von irgendeiner Firma ist am Telefon.
00:40:40: Sie telefonieren und diese Frau ist so sehr gemächtlich und kriegt irgendwie... Die fragen sie, also der Pfarrer fragt dann diese Frau, kannst du mir irgendwie helfen?
00:40:51: Ich brauch diesen Hinweis.
00:40:53: Wer hat den Anruf vor zwei Wochen oder so getätigt?
00:40:56: Weißt du das noch?
00:40:57: Wir brauchen das hier gerade.
00:40:58: Und alles ist so wahnsinnig hektisch.
00:40:59: Und diese Frau ist halt so ein bisschen langsam und so
00:41:02: total vertrottelt und so
00:41:03: vertrottelt und gesprächig.
00:41:05: Und ach ja, cool, da muss ich ja mal gucken und so weiter und so fort.
00:41:08: Und es nervt der Pfarrer
00:41:11: eigentlich.
00:41:13: Und redet nur.
00:41:14: Er will dann irgendwie auflegen und sagt, wir haben jetzt keine Zeit, wir müssen hier jetzt weitermachen.
00:41:18: Also im Sinne von, wenn du uns nicht helfen kannst, dann müssen wir dieses Gespräch jetzt beenden.
00:41:23: Und dann sagt diese Frau, will you hold on a minute?
00:41:26: Und der Pfarrer ist so total genervt und hält sich den Hörer noch mal ans Ohr und sagt so, ja, was ist denn?
00:41:34: Und sie sagt so, will you pray for me?
00:41:36: Und er wird in dem Moment so dran erinnert, dass er ja eigentlich der Pfarrer ist.
00:41:40: Also dass er quasi der Pfarrer dieser Gemeinde ist.
00:41:43: Und dann fragt er so, Ja, warum denn?
00:41:45: Also was ist denn los?
00:41:47: Natürlich mache ich das.
00:41:48: Und dann erzählt sie, dass ihre Mutter im Sterben liegt und irgendwie Krebs hat.
00:41:52: Und es ist ganz schlimm.
00:41:54: Und sie hat eigentlich Streit mit dieser Mutter.
00:41:56: Und sie traut sich gar nicht mehr, ihre Mutter eigentlich unter die Augen zu treten.
00:42:00: Und schüttet ihn da hier her raus.
00:42:02: Ja, und
00:42:02: sie hat auch einfach Angst, dass die letzten Worte, die sie ihrer Mutter sagt, eben eine Beleidigung sind, die sie in Streit gegen sie geschadet hat.
00:42:11: Genau, und das ist so, das reißt, also man wird mit dem Pfarrer dann aus dieser Houdanit-Crimi-Murderplot-Geschichte so rausgezogen und wird dran erinnert, dass das irgendwie eine Gemeinde von manchmal ziemlich verlorenen und einsamen Menschen.
00:42:29: ist, die den Pfarrer hat und dieser Pfarrer auch so eine ganz wichtige Funktion erfüllt.
00:42:34: Und man die Kirche als Institutionen und als quasi Kirchensteuerrezipient durchaus Scheiße finden und kritisieren darf und nervig finden.
00:42:42: Und dass diese soziale Funktion, die dieser Pfarrer da aber erfüllt, für die Menschen so eine wahnsinnig wichtige ist.
00:42:50: Und das war wirklich ein unfassbar starker Moment.
00:42:52: Und ich würde jetzt gerne zu meinem Thema kommen, weil ich habe quasi auch einen.
00:42:58: Ich hab mich auch mit einem Pfarrer beschäftigt, mit einer Trump-Pesken-Figur, mit einem Schäfer seiner Schafsherde und zwar mit Robert Habeck.
00:43:10: Ich hab mir den Robert Habeck-Film angeschaut.
00:43:13: Ich war im Kino.
00:43:13: Wie
00:43:14: heißt dieser Robert Habeck-Film?
00:43:16: Er heißt jetzt wohin?
00:43:19: Meine Reise mit Robert Habeck.
00:43:23: Und es ist ein ... ja.
00:43:26: Also, ich bin quasi gemeinsam mit den anderen Schafen in Berlin-Prenzlauer Berg in das Kino geströmt.
00:43:33: Wir waren fünf an der Zahl.
00:43:35: Insgesamt in diesem Kinosaal.
00:43:41: Zwei davon waren mein Kumpel und ich.
00:43:44: Wow.
00:43:45: Und zwei waren zwei junge Frauen, die sich auch die ganze Zeit eigentlich nur beömmelt haben über den Film.
00:43:52: Ja, dann bin
00:43:52: ich nicht ernsthaft rein.
00:43:54: Dann waren es noch, glaub ich ... zwei Leute, die das so unironisch geguckt haben und es war wirklich eine, es war eine spirituelle Erfahrung, die wir mit unserem Schäfer, mit unserem Hüter Robert Habeck hatten.
00:44:07: Der Film ist eine Dokumentation von Lars Jessen.
00:44:10: Lars Jessen hat auch schon, also es ist ein deutscher Regisseur, der hat auch schon andere Filme gemacht, die sind auch, würde ich sagen, ohne sie gesehen zu haben, habe ich ein sehr gutes Bild, wie diese deutschen Filme sind, die Lars Jessen gemacht hat.
00:44:23: Und ohne da es weiter reingehen zu wollen, ist es wirklich eine wahnsinnige Erfahrung, diesen Film zu sehen.
00:44:28: Und wenn ihr wirklich ein bisschen, wenn ihr so ein bisschen masochistisch veranlagt seid, liebe Hörerinnen und Hörer, dann tut euch diesen Film doch bitte mal an.
00:44:36: Der Regisseur Lars Jessen war der PR-Berater von Robert Habeck während dem letzten Bundestagswahlkampf und hat ihn einfach parallel mit seiner Filmkamera begleitet.
00:44:47: Also man erlebt quasi den Robert Habeck vor der Wahl im Februar.
00:44:53: Während der Wahl und dann eben auch noch im Nachgang.
00:44:57: Ja, aber es ist auch einfach sofort auch schon eine ganz neutrale Beobachterposition.
00:45:02: Total.
00:45:03: Und es ist auch einfach total neutral und super, dass Lars Jessen zweihundertsiechtausend Euro an Filmförderung für diese Dekumentation bekommen hat und es auch keinen Weg gibt nachzuprüfen, ob dieses Geld dann vielleicht auch irgendwie, also, hat er denn, war das Teil vom Wahlkampf?
00:45:20: ist dieser Filmteil von einem zukünftigen Wahlkampf?
00:45:24: keine Ahnung.
00:45:24: Aber wir haben ihn alle mit gefördert.
00:45:26: Das ist auf jeden Fall super.
00:45:28: Und ich freue mich, dass unser Geld so toll eingesetzt wird.
00:45:32: Vor allem für so geniale Filme.
00:45:33: Also dieser Film ist wirklich brutal schlecht.
00:45:35: Es ist wirklich unfassbar.
00:45:37: Und der ist vor allem so... Jetzt bist
00:45:38: du am Ende rausgehalten?
00:45:39: Natürlich.
00:45:40: Ich kann aus keinem Film rausgehen.
00:45:42: Also im Kino.
00:45:42: Ich habe noch nie einen Film frühzeitig verlassen.
00:45:44: Ich habe noch nie einen Buch abgebrochen.
00:45:47: Also wirklich... Ich bin ja ganz schlimm.
00:45:51: Und ich muss mir das alles antun.
00:45:53: Und dieser Film... Bei mir
00:45:54: ist es genau das Gegenteil.
00:45:56: Also richtig schlechte Filme gehe ich sofort raus.
00:45:58: Oh Gott.
00:45:59: Das kann ich nicht.
00:46:01: Und noch schlimmer ist es bei Büchern.
00:46:02: Wenn ich sie besonders gut finde, also richtig gut, dann will ich die nicht zu Ende lesen.
00:46:07: Dann treche ich fast immer so zwanzig Seiten vor Ende ab, weil ich denke, ich will nicht, dass es endet.
00:46:14: So weirdo.
00:46:16: Sorry.
00:46:17: Aber ja, ich check schon, was du meinst.
00:46:20: Aber vor allem Filme, die ich nicht fertig schaue, kann ich ja dann nicht bei Letterbox loggen.
00:46:24: Ja.
00:46:25: Und ich ... Number must go up.
00:46:28: Ja, ja.
00:46:29: Na ja.
00:46:30: Aber gut.
00:46:32: Dieser Film ist ...
00:46:32: Nimm uns doch mal mit.
00:46:34: Dieser Film ist also von der Inszenierung, filmografisch, so von der Perspektive, so wahnsinnig uninteressant.
00:46:41: Und es werden dann ganz viele Leute interviewt, also ... Luisa Neubauer, Marina Weißband, Markus Lanz, Christian Stöcker, Friedemann Karich, also wirklich quasi die großen Intellektuellen dieser Republik, die großen Linken Intellektuellen.
00:46:55: Und dieser Film ist vor allem eines und zwar ist er frech.
00:46:59: Also er ist wirklich eine Frechheit.
00:47:01: Nicht nur, weil da sich von diversen Personen noch mal positiv auf Greta Thunberg berufen wird.
00:47:08: Und gesagt wird, ach, wie toll war das eigentlich.
00:47:12: Das war so eine Massenbewegung und schön und schön und schön.
00:47:15: Und mittlerweile wissen wir ja, wie das Verhältnis zwischen Greta Thunberg und Fridays for Future Deutschland ist.
00:47:21: Unter anderem in Person von Luisa Neubauer.
00:47:25: Und sich dann noch aus deren Perspektive positiv auf Greta Thunberg zu berufen.
00:47:31: Das ist einfach, das hat einfach so einen fiesen Beigeschmack, wenn man weiß, wie diese Personen zueinander stehen.
00:47:37: Und wie Greta Thunberg zu Beginn von Israel's Vernichtungskrieg, von eigentlich der gesamten Street of the Future Deutschland-Führungsriege fallen gelassen wurde von der grünen Partei sowieso.
00:47:50: Und man jetzt sich irgendwie in so einer Schadensbegrenzung festhält, weil man merkt, okay, gut, vielleicht lag Greta Thunberg, vielleicht hat doch irgendwie recht.
00:48:00: Vielleicht hatte sie doch irgendwie recht auch schon damals.
00:48:05: Das ist wirklich also da.
00:48:07: das passiert auch erst nicht nicht relativ am Ende.
00:48:11: Das ist aber ganz am Anfang.
00:48:12: schon ganz am Anfang wird sich relativ direkt positiv auf Greta Thunberg bezogen.
00:48:18: und da war ich also da habe ich nicht überlegt ob ich rausgehe, aber ich war schon wirklich so
00:48:22: fuck you auf.
00:48:23: Wirklich,
00:48:23: ich war schon nicht halt der Sohn Puls.
00:48:26: Und dann geht es weiter und zwar ohne jegliche Form der Selbstreflexion.
00:48:33: Also eine ehrliche Form von Selbstkritik findet in diesem Film einfach nicht statt.
00:48:36: Und man muss sich wirklich mal vorstellen, dass sind alles Loser in diesem Film.
00:48:40: Das sind alles Leute, die mit ihrem Projekt krachrennt gescheitert sind.
00:48:44: Robert Habeck.
00:48:45: Wie
00:48:45: ganz jetzt?
00:48:46: Mit ihrem Projekt der Wahl.
00:48:47: Also die Wahl steht im Fokus von diesem Film.
00:48:51: Es geht um die Wahl.
00:48:52: Es geht um quasi die Wahlkampfperiode.
00:48:55: Die Wahl an sich und das danach.
00:48:58: Wenn man das aus der Perspektive betrachtet, ist Robert Habeck mit diesem Projekt einfach gnadenlos gescheitert.
00:49:04: Und auch, wenn ich daran denke, was dieser Neubauer momentan eben für Aktivismus betreibt, der ist jetzt nicht unbedingt von Erfolg gekennzeichnet, wenn man als Maßstab für Erfolg in Aktivismus irgendwie einen gesellschaftlichen, gesellschaftliche Durchschlagskraft nimmt.
00:49:26: Dann sind auch noch andere Leute aus Robert Habeck's Wahlkampfteben werden interviewt.
00:49:29: Also irgendwie so ein Berater, der auch bei Obama war und so weiter.
00:49:33: Und das ist ein ganz toll, oh, ein Obama-Berater ist bei uns im Team.
00:49:37: Wie krass.
00:49:37: Aber das sind ja alles Leute, die mit ihrem Projekt, nämlich dem Wahlkampf Robert Habeck, also der Kanzler-Ara, wie er es genannt hat, einfach gescheitert sind.
00:49:46: Und gleichzeitig passiert aber so null, null ehrliche Selbstreflexion, dass man sich mal fragt, was ist politisch eigentlich?
00:49:54: falsch gelaufen.
00:49:56: Das meist genutzte Wort in diesem Film ist wahrscheinlich Narrativ.
00:50:00: Also man fragt sich die ganze Zeit nur, wir haben das falsche Narrativ gewählt, wir haben die falschen Geschichten erzählt, wir haben überhaupt keine, wir haben die falschen Emotionen evoziert und kein einziges Mal fragt man sich, haben wir eigentlich das politisch richtige Angebot gemacht.
00:50:18: Also haben wir... Sind
00:50:20: die Inhalte?
00:50:21: Sind die Inhalte richtig?
00:50:22: Weil das ist ein Milieu.
00:50:24: Sowohl das Milieu, was in diesem Film dargestellt wird, als auch das Milieu, was in die Kinos jetzt unironisch gepilgert ist, wo ich hoffe, dass es nicht zu viele sind.
00:50:33: Ich hoffe, dass dieser Film wirklich finanziell komplett gefloppt ist.
00:50:37: Aber so wie ich Deutschland einschätze, habe ich da... Aber das
00:50:39: ist doch völlig egal, weil die Fördergeile sind ja geflossen.
00:50:42: Die Fördergeile
00:50:42: sind da.
00:50:43: Schön.
00:50:44: So.
00:50:45: Aber das sind alles Leute, also das ist ein alles Milieus, die ja schon glauben, dass ihre politischen Inhalte die richtigen sind.
00:50:51: Also die wissen eigentlich unsere politischen Inhalte, die können ja gar nicht falsch sein.
00:51:00: Und wenn wir dann scheitern, dann kann das ja nur an der Kommunikation liegen.
00:51:04: Also es kann ja nicht daran liegen, dass wir irgendwie keine Ahnung, vielleicht eine politische Linie verfolgen, die die Leute in diesem Land einfach... beschissen finden.
00:51:12: Also
00:51:12: gibt es schon eine Selbstkritik, aber eben nur eine rein formale Selbstkritik oder eine Stilkritik von mir
00:51:15: aus?
00:51:15: Genau, es gibt nur eine Stilkritik.
00:51:17: Man bleibt nur auf so einer Formebene und geht halt wirklich eigentlich nie an den Inhalt.
00:51:22: Und es gibt so eine lustige Szene.
00:51:25: Die einzige Person, die in diesem ganzen Film wirklich ehrliche, harte Kritik übt, ist Daniel Günther.
00:51:33: Daniel Günther ist der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein von der CDU.
00:51:37: Genau, CDU, aber halt so der liberalere Flügel würde ich sagen.
00:51:43: Mit dem hat Robert Habeck ja auch schon koaliert.
00:51:45: Ja.
00:51:46: Also die haben ja schon auch zusammen gearbeitet in Schleswig-Holstein und der wird dann auch interviewt vom Regisseur und das Interview findet offensichtlich kurz nach der Wahl statt.
00:51:56: und Daniel Günther fragt den Regisseur dann, also quasi so reverse Interview, er fragt ihn Wie fühlt sich das eigentlich an, mit seinem Projekt so komplett gnadenlos gescheitert zu sein?
00:52:09: Und er guckt ihn so an und so ein paar Sekunden später fängt er so leicht an zu lachen.
00:52:14: Und dann fängt auch der Regisseur so nervös an zu lachen und es gibt doch gar keine richtige Antwort darauf.
00:52:20: Und es ist so eine brutale Szene, weil es halt offensichtlich Leute sind, die sich kennen, also Lars Jessen und Daniel Günther kennen sich in irgendeiner Form offensichtlich.
00:52:28: Und Daniel Günther fängt ihr dann so leicht an zu lachen.
00:52:32: Aber jeder weiß, also jeder im Kinosaal und jeder von den beiden Beteiligten, weiß, dass es gerade ernst gemeint war.
00:52:39: Also das war komplett ernst gemeint.
00:52:42: Und dann versucht man das so leicht zu überspielen und dem so eine ironische Note nachher.
00:52:48: Wenn noch irgendwie noch drei Sekunden die Spannung gehalten wird, dann fließt Blut.
00:52:52: Ja, genau.
00:52:52: Aber das Kind ist halt den wohnengefallen.
00:52:56: Also das ist so eine, so eine unfassbar, also das ist eigentlich die einzig gute, also wirklich unironisch gute Szene in diesem Film.
00:53:03: Und sie besteht darin, dass ein CDU-Politiker den Regisseur aufs Übeste roasted.
00:53:14: Und es ist wirklich, also es ist, es ist unbeschreiblich, wie selbstbezogen dieser Film ist.
00:53:21: Also es ist ein Film von einem Milieu, was sich selber wahnsinnig geil findet, für eine Zuschauerschaft, die sich selber auch wahnsinnig geil findet, die weiß, dass sie auf der richtigen Seite steht, dass sie wirklich moralisch einfach die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und die sich einfach nochmal selber beklatschen will.
00:53:46: Und dann fragt man sich, ja, woran hattet die Lehlien, also warum haben wir die falschen Geschichten erzählt?
00:53:51: Haben wir vielleicht irgendwie die falschen Emotionen hervorgebracht und so, aber mehr wird nicht gefragt.
00:53:57: Und das ist wirklich eigentlich, also es passt ziemlich zu dem, was Kamala Harris momentan so abzieht, dass sie quasi ihr Buch geschrieben hat, dass sie jetzt auf große Buchtour gegangen ist und nochmal die Gerüchte aufkommen, dass Kamala Harris auch in drei Jahren wieder als Präsidentschaftskandidatin für die Demokraten antreten will.
00:54:18: Also man hat aus gar nichts gelernt.
00:54:20: Man feiert sich die ganze Zeit selber ab, also Kamala Harris hat die Buch geschrieben, Robert Habeck hat den Film bekommen, aber sich wirklich fragen, ob man halt einfach politisch aus der Zeit gefallen ist und sich mal wirklich entweder hart selbst justieren sollte oder halt einfach von der politischen Bildfläche verschwinden sollte, um für, na ja, andere und dann hoffentlich linke Kräfte irgendwie Platz zu machen.
00:54:43: All das findet nicht statt.
00:54:45: Sondern man feiert sich einfach selber ab und guckt mal auf den nächsten Wahlkampf.
00:54:49: Vielleicht läuft er ja besser.
00:54:50: Es ist so frustrierend, ich kann das gar nicht beschreiben.
00:54:56: Was habt ihr dann danach gemacht, als ihr den Film zu Ende geschaut habt?
00:54:59: Habt ihr euch aufmungslos
00:55:00: und hemmungslos besoffen?
00:55:02: Also ich habe ja dieses Jahr noch keinen Tropfen Alkohol getrunken und das werde ich auch weiterführen.
00:55:07: Und vielleicht mache ich da in der nächsten Folge, also unserer großen Silvester-Neujahr-Folge.
00:55:11: Vielleicht mache ich da mal so ein kleines Sober-Twenty-Twenty-Five-Review.
00:55:16: Sehr schön.
00:55:18: Aber nee, wir waren danach scharfe Nudeln essen irgendwo in Prenzlauer Berg und haben uns über den Film beörmelt.
00:55:24: Und es ist also, oh Gott wirklich, also hast du Lust bekommen, den Film zu sehen?
00:55:30: Überhaupt nur nicht mal im Ansatz.
00:55:35: Also das wollte ich auch damit erreichen, dass vielleicht auch ihr, liebe Hörerinnen und Hörer, keine
00:55:40: Lust kommen abzuholen sehen.
00:55:40: Also ich habe Leute gefragt, die ich kenne, ob sie mir diesen Film irgendwie beschaffen können, dass ich mir das vielleicht auch mal so anschauen kann.
00:55:50: Aber das war auch nicht von Erfolg gekrönt und ich werde dafür keinen Cent ausgeben.
00:55:55: Ja, das ist auch wirklich gut.
00:55:57: Ich bin mit meinem Kumpel zur Kinokasse gekommen, weil wir haben überlegt, ob wir die Karten online kaufen.
00:56:03: Ich war so, nee, da gibt's schon noch genug, wir können einfach hin.
00:56:06: Und da kamen so fünf Minuten quasi nach Filmbeginn.
00:56:09: Und jetzt sind wir zur Kasse hin.
00:56:12: Und es war so, keine Ahnung, achtzehn Uhr zwanzig.
00:56:14: Also jetzt auch nicht die, sag ich mal, Prime Zeit für Kinofilme.
00:56:18: Und ich bin so hin und da waren so zwei gelangweilte Kassiererinnen an der Kinokasse.
00:56:24: Und so hin, ich meinte so.
00:56:27: Ja, für den Robert Habeck Film gibt's da noch freie Sitze.
00:56:34: Und die Kassierinnen haben angefangen zu lachen und wir haben angefangen zu lachen.
00:56:36: Das war der Höhepunkt des Abends.
00:56:39: Man hat sich verstanden.
00:56:41: Man hat sich verstanden.
00:56:43: Es gibt noch eine wirklich crazy Szene, wo während einer Schnittmontage von Robert Habeck, wie er seinen warmen, kuscheligen, hoten Norweger Pulli anhat, redet der Regisseur so voiceovermäßig.
00:56:59: Und sag so, ja, also während der Arbeit in diesem Film habe ich gemerkt, dass es nicht nur ein Film ist über Robert Habeck und sein politisches Projekt, sondern auch ein Projekt über mich selber und wer ich eigentlich bin.
00:57:13: Und das fasst es so perfekt zusammen.
00:57:14: Das
00:57:14: ist
00:57:15: wirklich aus dieser hundertprozentigen Selbst.
00:57:19: Reflexivität und Selbstreferenzialität überhaupt nicht rauskommt.
00:57:24: Und es, also mein Kumpel meinte, nach dem Film dann, als wir Nudeln essen waren, der Film wäre weniger masturbatorisch gewesen, wenn der Regisseur Robert Habeck einfach neunzig Minuten einen runtergeholt hätte.
00:57:38: Und dem kann ich mich nur anschließen.
00:57:41: Ich würde sagen, das ist ein unfassbar schönes Schluss vor Ort.
00:57:46: Das ist auch vor allem so weihnachtlich.
00:57:48: Für
00:57:48: die Weihnachtsfolge von aufrechter Demokraten.
00:57:51: Für die große Weihnachtsfolge.
00:57:53: Also in diesem Sinne, liebe Leute, ich hoffe, wir hoffen, ihr hattet eine schöne Stunde und habt viel gelernt über das Psychogramm von unserem Dorfeltesten Friedrich Merz und über den unseren Schäfer, über den Schäfer der Nation Robert Habeck.
00:58:12: Und wir hoffen, ihr habt einen besinnlichen Tag und Abend.
00:58:17: und ein paar besinnliche weitere Tage.
00:58:19: Und dann hören wir uns schon wieder in einer Woche zu unserer großen Jahresabschluss-Episode.
00:58:24: Freust du dich, Ole?
00:58:25: Ich freue mich sehr.
00:58:26: Die wird auch wieder mittwochs rauskommen und dann gehen wir wieder auf unseren Dienstagsrückwuchs.
00:58:30: Genau,
00:58:31: ganz genau.
00:58:34: Es wird ein schönes Jahr und es wird eine schöne weitere Woche zwischen den Jahren.
00:58:39: Ich mag die Zeit.
00:58:40: Es tut uns ein bisschen leid, dass wir diese wahnsinnig unorgane Idee haben, ein Jahresrückblick zu machen, aber...
00:58:46: Aber wenn man so geil und interessant ist wie wir.
00:58:50: Jetzt
00:58:50: kommt das schon wieder.
00:58:52: Dann ist so ein Jahresrückblick halt auch einfach so geil und interessant.
00:58:56: Also sorry, liebe Leute, aber was soll ich sagen?
00:58:58: Gut, also der deabonnieren Button ist genau da, wo der abonnieren Button ist.
00:59:03: Ja.
00:59:04: In diesem Sinne.
00:59:05: In diesem Sinne, liebe Leute.
00:59:07: Frohe Weihnachten.
00:59:08: Frohe Weihnachten.
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