Ole ist nichtbinär & Justin Biebers Coachella-Auftritt

Shownotes

Ole war bei Deutschlandfunk und durfte mit dem recht konservativen Journalisten Nikolaus Blome über Männer diskutieren. Eine irritierende Bemerkung zu Gesprächsbeginn wurde zum Anlass für Ole, über seine nichtbinäre Identität und das politische Geschlecht zu sprechen: Warum tun sich eigentlich irgendwie alle mit Nichtbinarität so schwer?

Simon hat die vergangenen Tage mit Justin Biebers Nostalgie- Auftritt auf dem Coachella Festival 2026 verbracht: Das war eine Beerdigung für das “gute” Internet der 2010er Jahre – mit dem Popstar der 2010er Jahre schlechthin. Was nun vor uns liegt, ist ein Internet, das eigentlich niemand mehr geil findet. Parallel dazu steht die Performance von The Strokes, die politischer nicht sein könnte.

All das und noch viel mehr in der neuen Folge Aufrechte Demokraten!

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00:00:00: Hallo Ole.

00:00:04: Nein, das ist mein Job.

00:00:05: ich muss sagen.

00:00:06: Hallo Ole!

00:00:06: Hier ist der Simon.

00:00:07: wie geht's dir?

00:00:09: Ich komme gerade vom Deutschlandfunk.

00:00:12: Ich war in Köln.

00:00:13: Was hast du denn da?

00:00:14: Ein Interview.

00:00:16: Ich wurde nämlich gefragt ob ich in der Streitkultur auftreten möchte.

00:00:20: Es ist ja so ein Format im Deutschlandfunkt wo eben gegenseitige Meinungen zusammenkommen und da habe ich mit Nikolaus Blomö Chefredakteur von RTL nicht wahr habe ich diskutiert.

00:00:32: Den kennst du vielleicht als der NTV-Sendung?

00:00:34: Blume und wie heißt die Anleitung ist denn bitte?

00:00:38: Augstein?

00:00:39: Nein, Blume & Augstein ist ihr Podcast, den wir zusammen haben.

00:00:41: Ach so okay ja

00:00:42: Und dann gibt es doch noch bei NTV diese neue Sendung wo... Blume&Pfeffer!

00:00:48: Hab' ich schon nie gehört.

00:00:49: So heißen.

00:00:50: Krass Okay Das ist so ein Debattenformat

00:00:53: Ja, und da hast du debattiert mit ihm?

00:00:57: Nein.

00:00:57: Ich will nur sagen, daher kennt man den vielleicht zusammen für diese Sache.

00:01:01: Die laden dann auch immer eine... ...eine progressive Stimme und eine konservative Stimme ein.

00:01:07: Klarer Heffer ist auf der progressiven Seite verortet Lohme eher auf der konservativen Seite und so entstehen dann die Reibungen.

00:01:15: Und deshalb war ich eben eingeladen in diesem Streitgesprächformat um dann mit Blome zu reden über Ist der Mann in einer Identitätskrise oder die Männlichkeit?

00:01:25: Ich weiß nicht genau, wann es rauskommt.

00:01:27: Ich glaube am Donnerstag, wenn ich noch mal prüfen und posten auf meinen Kanälen aber... Hashtag Prüf!

00:01:34: Prüf.

00:01:34: Oh Gott.

00:01:36: Ich würde eine wöchentliche Demo machen bis meine Folge bei DLF erschienen ist.

00:01:40: Das heißt, du wöcherweise

00:01:42: gar keine Demo mache.

00:01:43: Okay, ich habe eine wirkliche Funfacts-Psychose mittlerweile entwickelt.

00:01:46: Es ist ganz, ganz schlimm.

00:01:48: Was macht man auf so einer Prüfdemo?

00:01:50: Nein, nein.

00:01:51: Aber ich auch so bei keinem Känguru-Kroniken und Funfacts...

00:01:54: Was

00:01:54: ist das, Simon?

00:01:54: Da sind wir wieder

00:01:55: auf die Fische!

00:01:55: Die ganze Zeit nur am Abledern und am Beleidigen und Leute am Runtermachen aber dann noch nicht mal auf eine Prüfdämo gehen.

00:02:01: Ja, ich beleide und abledere halt einfach gerne.

00:02:04: So verklagt mich doch.

00:02:06: Arschloch.

00:02:09: Zwei Minuten und Parkkosche... Zwei

00:02:11: Minuten und der erste Kraftausdruck fliegt.

00:02:16: Also dieses neue, diese neue Sache mit Twitch das macht dich kaputt.

00:02:22: Ich rede heute auch noch über Twitch!

00:02:25: Ich verdrehte ja die Meinung... Das habe ich schon mal im Podcast gesagt, dass Twitter aus guten Menschen schlechte Menschen macht?

00:02:34: Und was machen Twitch-Leuten?

00:02:36: Aus Leuten, die bereits die harte Schule von Twitter durchlaufen haben, also bereits schlechte sind, macht es dann richtig schlechte.

00:02:43: Darstige Personen

00:02:45: Hoffentlich richtig schlechte und sehr reiche Menschen.

00:02:50: Oh!

00:02:52: Also Subdreien, Leute?

00:02:53: Nein... Ja wir waren bei deinem Streitgespräch.

00:02:58: Was habt ihr denn, was hat Nikolaus und du denn jetzt besprochen?

00:03:01: also ist der Mann?

00:03:03: Das muss ich hier glaube nicht im Podcast irgendwie nochmal darlegen.

00:03:06: das kann man dann machen.

00:03:09: Ich finde ihr die Art und Weise interessant wie ich mich auf sowas vorbereite Wo ich auch nicht glaube, dass es in ähnlicher Weise von Blume passiert.

00:03:20: Schlicht

00:03:21: und ergreifend weil Nikolaus Blume eben langjähriger Chefredakteur ist, der hat ständig irgendwelche Interviews zu geben politische Formate kommentierend zu begleiten.

00:03:31: Der ist ja schon wie seit Jahrzehnten im Business.

00:03:33: da bin er wirklich einfach nur irgendwer, der auch noch irgendwas zu sagen hat.

00:03:38: Und deswegen muss sich schon überlegen... Wie begegne ich so eine Menschen, der vermutlich sehr andersartige Ansichten vertritt als ich?

00:03:47: Und wie ich mich dazu verhalten habe also auch viel mehr zu überlegen.

00:03:50: welcher emotionale Strategie möchte ich fahren.

00:03:53: Die möchte ich wirken.

00:03:54: Wie versucht er sich wenn er mit progressiven Stimmen im Gespräch ist zu kontrastieren und kann nicht das ein bisschen aushäbeln.

00:04:01: Wo kann ich ihm zustimmen oder in welcher Stelle ist es sinnvoll?

00:04:04: das zu tun?

00:04:05: um ihn an anderer Stelle anders konfrontieren zu können muss leider relativ strategisch dran gehen, weil Bloma einfach krass erfahren ist und wenn ich da nicht aufpasst dann labert er mich gegen die Wand.

00:04:15: Also ja Und das läuft dann immer so mit.

00:04:18: aber vor allem der anfang Ich muss wieder einen einminutigen statement abgeben hatte ich auch schon vorbereitet und zwar bist du entsprechend auch gemacht.

00:04:26: Aber mich hat dann so ein bisschen was rausgeworfen Weil würde ich gern ein bisschen drüber drüber sprechen.

00:04:32: und zwar hatte Redakteur vorher gefragt, wie möchtest du angesprochen werden?

00:04:38: Welche Pronomen?

00:04:38: und dann sagt er so eher.

00:04:40: Und ich sage ja ist schon okay also könnte man auch noch mal differenzieren.

00:04:44: aber Ich finde in so einer politischen Sendung die auch an ein Publikum ausgestrahlt wird dass ich nicht kenne das nicht einschätzen kann glaube ich immer noch des sinnvollste Pronomen.

00:04:58: Dann stieg er aber einen dieses Thema um Männlichkeit und Identitäten mit dieser Sache.

00:05:04: Wir haben ja uns jetzt hier zusammengesetzt und das wollte ich noch mal klarmachen.

00:05:08: Also wir sind eine richtige Männerrunde, da bin ich total zusammengezuckt weil ich kann mich mit vielem assoziieren und... ...ich kann Männlichkeit auch in gewissen Maßen verstehen dass es mir zugeschrieben wird und wäre mich nicht dagegen.

00:05:23: aber Männerrunden waren ein bisschen zu krass also... ...pronomen eher okay?

00:05:31: bisschen zu deftig.

00:05:32: Ich meine, wir hatten das schon mal in der Folge besprochen zur Performative Mails letzten Frühwinter wo es ja darum ging dass wir besprochen haben, dass es in jeder Identität die wir so haben und jetzt über den Geschlechtlichen hinaus immer zwei Aspekte gibt Es gibt sichtbare Anteile die nach außen hin eben eindeutig zuortenbar sind Und es gibt unsichtbare Anteile von Identität.

00:05:56: also im Falle beispielsweise an einer Behinderung Das mir bestimmte oder dir, also dass du bestimmte... Also diese Behinderung die du hast, bestimmte Eigenschaften mit sich bringt, die nicht in der Öffentlichkeit stattfinden und auch nicht in den Öffentlichkeiten stattfinden müssen.

00:06:10: Genauso wie meine Geschlechtsidentität auch Anteile hat, die mit Zweifeln und Körperbildern und Sexualitäten zu tun haben, die ich nicht öffentlich diskutieren möchte.

00:06:19: Ich kann das so andeuten, so wie ich jetzt bei dir oder mir mache.

00:06:22: Also dann gibt es etwas aber über dieses Etwas wird dich gesprochen.

00:06:25: Das ist einfach Privatsache!

00:06:28: Und jetzt bin ich aber Position, dass ich immer wieder mit Geschlecht konfrontiert werde.

00:06:34: Da war ich mich auch zu geschlechlichen Themen äußere, zu feministischen Themenäußere und ich habe jetzt auf Social Media öfter den Vorwurf bekommen ja Ich würde als Mann flinterpersonen kritisieren.

00:06:45: das wäre aus verschiedenen Gründen problematisch.

00:06:48: aber diese gründe aus denen es problematische sind nicht Inhaltliche Gründe sondern es sind gründe von positionierungen von identitäten.

00:06:57: also Wenn einfach nur gesagt wird, ich als Mann kritisiere Flinterpersonen das ein Problem.

00:07:01: Also infeministischen Belangen.

00:07:03: Dann wird ja ganz klar aufgemacht, es gibt die Flinter-Personen... ...auf der einen Seite, die können auch ihre Konflikte haben und ihre verschiedenen Ansichten über hutsche Kämpfe,... aber ich als Altmann, der nicht zu diesen Flinters gehört bin immer in einer anderen Position.

00:07:16: Und habe deswegen erst mal zuzuhören, nichts zu kritisieren, keine Einwände zu erheben, nicht auf Widersprüche hinzuweisen usw.

00:07:23: So eine Kritik kann ich ja nur begegnen oder mich rechtfertigen Weil es ja gar nicht auf einer inhaltlichen oder argumentativen Ebene verhandelt wird, sondern erst mal nur wer spricht.

00:07:33: Dass ich halt entweder... Also ich kann's ignorieren?

00:07:37: Oder ich kann das nur eben aufheben und lösen indem ich sage hey also ich gehöre zu diesen flinter Personen dazu.

00:07:44: Just saying!

00:07:44: Ich kann natürlich auch sagen dass diese Unterschiede noch nicht so wichtig ist dass ich mit diesem akronymen Flinter auch meine Probleme habe.

00:07:51: Also man könnte auch nochmal diese ganze Problematisierung aushebeln und noch mal auf eine ganz andere Ebene gehen, aber wenn ich mich darauf einlass und sage ja okay wir können diese Unterscheidung machen dann guckt er bitte genau hin weil ich als Mann gegen die Flinters... Es stimmt halt nicht!

00:08:08: Ich bin nicht binär oder ein nichtbinärer Mann was für viele Leute schon nicht mehr verständlich wird, weil entweder ist man nicht binäher oder ein Mann.

00:08:16: Ich würde sagen, wenn wir über so Identitäten sprechen müssen wir eigentlich auf zwei Stufen denken.

00:08:26: Also ich habe jetzt einfach weil diese Kritik jetzt so oft kam und mich das sehr genervt hat irgendwann gedacht okay ich hab jetzt eine Art Zwangsouting, ich werde es einfach nie über meine Pronomen oder sowas geredet haben.

00:08:36: Ich habe das für alle Menschen sichtbar in meinem Profil geschrieben dass ich alle möglichen Pronomen verwende also meistens der oder er.

00:08:44: Und dann habe ich geschrieben politisch-männlich privat Nicht Binäher oder Envy.

00:08:50: Und diese Unterscheidung finde ich total wichtig in diesem Diskurs über Identitätspolitik, weil natürlich bin ich in meiner politischen Positionierung eine männliche Person.

00:09:00: Also Politische Positionierung heißt wie ich im öffentlichen Diskurs wahrgenommen werde welche Räume ich öffentlich besetzen kann und welche Privilegien damit einhergehen.

00:09:07: also in diesem politischen Sinne.

00:09:09: Ich in Bezug auf die Gesellschaft da draußen bin ein Mann.

00:09:13: Weil ich mich zu männlich präsentiere.

00:09:16: Dass das nicht unbedingt mit meiner persönlichen Identität zu tun haben muss, ist wieder was anderes.

00:09:20: Weißt du ich meine?

00:09:21: Also ich meine es gibt eine Freitagerin, die sagt nicht sie isst ne schwarze Person in ihren Wils.

00:09:28: Meistens jetzt nicht immer aber ganz oft sondern sie sagt sehr häufig Ich als politisch-schwarze person oder politisch weiße person.

00:09:36: Das heißt zieht den Blick so ein bisschen raus von wer ist schwarz, wer ist weiß.

00:09:40: Wer gehört das wirklich dazu?

00:09:41: Wer nicht?

00:09:41: und so ist man jetzt schon zu light-skinned oder nicht oder white passing oder weiß gottwas.

00:09:46: also da könnte es ja tausend Begriffe nehmen die mir Leute unterscheiden kann sondern für die politische Beurteilung also die Fremdzuschreibungen von außen sind diese Feinheiten nicht relevant.

00:09:56: Da gibt es politisch weiße Personen die eben keine rassistische Diskriminierung erfahren und es gibt politisch schwarze Personen der People of Color die rassistsische Diskrimination erfahren.

00:10:05: Also diese Feinheit, die man biografisch vielleicht hat wenn man ganz genau reinzoomt.

00:10:09: Die spielen eben auf dieser politischen Ebene keine Rolle und das finde ich wichtig anzuerkennen.

00:10:16: Das hat auch einfach damit zu tun dass Geschlecht oder Identität allgemein sehr viel mit diesen Fremdzuschreibungen zu tun hat.

00:10:22: Auf der einen Seite würde ich sagen Ich trage ja für diese Fremdsuschreibungen die auf mich projiziert werden... ...die Erwartungen die da mit einhergehen wie ich als weißemännliche Person so zu sein habe.

00:10:33: Dafür trage ich keine Verantwortung, weil ich bin ja nicht dafür schuld was andere Leute in mir sehen.

00:10:38: Aber ich trage sie eben doch... ...weil ich ja insbesondere als Person die politisch weiß ist, die politische männlich ist, eine gewisse Sozialisierung durchlaufen habe oder sie würde zumindest an ihr versucht Ich werde erstmal nicht wahrgenommen.

00:10:51: damit gehen bestimmte Möglichkeiten einher, um meine Stimme zu erheben, die vielleicht andere Leute nicht haben und deswegen muss ich mich damit auseinandersetzen dass ich politisch männlich bin in meiner Eigenzuschreibung nicht bin.

00:11:04: Deswegen kann ich auch sagen, ich bin ein nichtbinärer Mann oder ich bin ja unmännlich, weil das eine eher ich in der Öffentlichkeit bin und das andere eher ich privat.

00:11:12: aber da ist keine Seite mehr Wert oder weniger wert als die anderen.

00:11:14: Stehst du mich meine?

00:11:15: Ja, aber es ist dann im Prinzip das was man formulieren will oder was man ausdrücken will wenn man sagt jemand isst alles so gelesen.

00:11:25: also denn da geht's ja dann auch im Prinzip um Fremdzuschreibungen.

00:11:29: Genau, da geht es um fremde Schreibungen.

00:11:31: Ich frag mich halt was folgt für mich daraus als Person die auf diese oder jene Weise gelesen wird?

00:11:36: Also ich kann... also ich finde dass sich zum Beispiel wenn ich als Mann kritisiert werde das jetzt nicht einfach alles abblocken kann und sagen ich bin kein Mann lass mich alle entfrieden

00:11:45: weil

00:11:46: nicht alle Menschen bekommen mit wie meine eigene Identität ist oder wie ich mich fühle oder welche Prozesse ich da durch mache sondern sie sehen mich von außen, sie sehn mich im Fernsehen, sie hören mich am Radio oder auf Social Media Egal wie ich mich definiere, von außen erst mal einen Mann.

00:12:01: Und als diese Außenerscheinung habe ich eine gewisse Wirkung und habe auch eine gewissen Verantwortung die damit einhergeht wenn ich meine Stimme zu bestimmten Themen erhebe.

00:12:12: Also ich will jetzt diese Eigen- und Fremdwahrnehmungen einfach nicht gegeneinander ausspielen!

00:12:15: Ich würde nicht sagen, die eine ist wichtiger als die andere... Du weißt ja mittlerweile, ich hasse das Wort Ambiguitätstoleranz.

00:12:24: Also das haben ja auch einfach gewisse politische Gewürmungen ein bisschen madig gemacht, die ihre unausregoren Meinungen, die einfach im offensichtlichem Widerspruch zwischen dem stehen was der Fall ist.

00:12:34: Einfach nur noch als erkenntnistheoretischere Amiguritätstoleranz ausgeben wollen.

00:12:41: Wenn man einfach einen richtig verqueren Blick auf die Welt hat, dann muss man ganz viele Ambiguitäten aushalten.

00:12:48: Dann tun sich auf einmal überall Ambiguitäten auf!

00:12:50: Also unfassbar?

00:12:51: Ja

00:12:52: es ist unfassbaar und ich meine... Natürlich isst die Welt eine Widersprüchliche Und wir müssen natürlich immer auch Widersprüche um Gottes Willen aushalten.

00:13:02: Aber wenn Amiguitätzoleranz heißt dass ich überhaupt nicht mehr meiner eigenen Meinung hinterfrage Sondern einfach nur davon ausgehe Jeder Bauchschmerz, den ich empfinde nicht einfach der Clash mit der Realität ist.

00:13:13: Sondern genau das Gegenteil...

00:13:16: Alles gleichwertige Perspektiven die aufeinandertreffen Ole.

00:13:19: Da gibt es überhaupt nichts zu hinterfragen!

00:13:21: Da gibt's auch nix zu sehen?

00:13:23: Ja dann würde ich sagen dass es halt SK-Pismus edits best.

00:13:26: also dann ist wirklich weglaufen angesagt.

00:13:30: naja aber in der Sache von Identität oder von mir aus auch Geschlechtlichkeit finde ich diese diese Widersprüchlichkeit zwischen Fremdzuschreibungen, die oft sehr kategorisch sind.

00:13:40: Sehr simpel, sehr runtergebrochen und Schubladendenken auf der einen Seite.

00:13:43: Und die Selbst- oder Eigenzuschreibung auf der anderen Seite, die immer messig sind total wichtig!

00:13:50: Als ich dann in dem Studio saß... Ich meine, ich habe ja jetzt nicht widersprochen weil ich hab schon dieser Frage ist der Mann identitätskrisischen von Anfang an widersprochen?

00:13:58: Weil historisch gesehen ist diese Frage einfach hundertzwanzig Jahre alt.

00:14:01: manchmal wirkt das so oh jetzt müssen wir über neue Männer diskutieren.

00:14:05: Seit Beginn der feministischen Kämpfe ist diese Frage gestellt worden, auch von Männern.

00:14:10: Und deswegen fand ich es ein bisschen mühsig darüber zu diskutieren und habe das gleich am Anfang schon so klargemacht.

00:14:14: Dann wollte ich nicht die Anmoderation sprengen, zumal ich ihm im Redakteur ja gesagt habe, dass es kein Problem wäre wenn er mich mit Erpro-Nomen anspricht.

00:14:22: Da hab' ich aber einfach gemerkt, dass ich zwar eine analytische Trennung aufmachen kann zwischen Identitäten als Fremdsusschreibung, als politische ... Identitäten und es gibt Identitäten als Selbstzuschreibungen, als selbstgewählte Identitäten.

00:14:35: Dann ist das zwar eine Trennung die ich im Kopf aufrechterhalten kann aber die manchmal dann auch einfach Reibungen erzeugt wie in dieser Männerrunde wo ich echt denke oh das war jetzt doch einer zu viel?

00:14:43: Und da war ich ein bisschen irritiert aber habe das nicht weiter aufgegriffen.

00:14:47: Aber warte mit der Männerrunder hat Nikolaus Blomen oder der Redakteur?

00:14:51: Mir nehmen wir's war die Anmoderation Von dem Reaktor.

00:14:54: Und dann war ich halt sofort so, jetzt Ole auf geht's mit deinem Anfangsstatement und dann weiß sie ja okay, ich muss jetzt eine Minute lang das Statement liefern dass sich das nicht weiter angesprochen habe.

00:15:05: Aber ich hab im Zuge dessen jetzt also auch einfach in den letzten Tagen aber jetzt irgendwie noch mal verschärft da auch auf der Autofahrt tatsächlich über diese Frage nach Identitätspolitik mir Gedanken gemacht weil wenn Also vor so zehn Jahren oder so, als ich dann auch studiert habe und in entsprechenden Kreisen halt unterwegs war.

00:15:26: War halt, ich sag mal, vor allem so queer feministische Identitätspolitik der heiße Scheiß.

00:15:30: also das war wirklich unumgänglich.

00:15:32: über diese Ebene wurde ganz viel an Politik betrieben oder an Politisierung betrieben.

00:15:36: Ich bin aus meiner Politisierung heraus sehr stark identitätspolitisch geprägt.

00:15:41: Das muss ich einfach sagen und ich meine, daran ist ja auch erstmal nicht verwerflicht du kommst in eine Stadt Du kommst in einen Umfeld, wenn du eine Ausbildung machst und ein Studium machst.

00:15:48: Wenn du dich politisch engagierst... ...das einfach in der Stadt ist, in der du bist!

00:15:53: Und wenn das queer feministische Identitätspolitik ist, dann ist es halt so, wenn es irgendwie, weiß ich nicht, anti-deutsch ist, mir leidtut, dann is's halt so.

00:16:02: Man muss sich in den nächsten Jahren damit auseinandersetzen, was man davon mitnehmen kann und was definitiv nicht.

00:16:09: Und wenn du jetzt in der Stadt kommst, wo nur irgendwelche super militanten K-Gruppen irgendwie unterwegs sind.

00:16:16: Ja und ist das halt eine Prägung?

00:16:17: Also ich finde es erstmal nicht per se so problematisch.

00:16:23: Weil Identitätspolitik hat ja ihre Stärken.

00:16:25: also ich fand diese eine Formulierung die Francis Fukuyama irgendwann in seinem Buch über Identitäten gemacht hatte so griffig auch wenn das Buch an sich sehr mittelmäßig ist.

00:16:32: aber an diesem einen Gedanken finde ich der ist total simpel Aber daran kann man irgendwie viel feststellen, wo er eben meinte, dass Identitätspolitik sich einfach in den neunziger Jahren herausgebildet hat als eine höchsteffiziente Formen um politische Anliegen zu formulieren.

00:16:46: Also er bericht es eigentlich runter auf eine rein strategische Ebene die dazu dient Communities zu bilden, die dann sehr fokussiert politische anliegen formulieren können.

00:16:58: und ich finde diese strategische Stärke von Identitätenpolitik will ich auch nicht aufgeben.

00:17:02: also ich glaube das wir nach wie vor Nicht nur.

00:17:06: Auch identitätspolitische Ansätze brauchen, die sich um bestimmte Communities oder bestimmte Identitäten scharen, um dann eben von dort aus zu mobilisieren, zu aktivieren und zu organisieren.

00:17:18: Da kann man immer noch gucken wo man die Brückenschläge macht.

00:17:20: aber das finde ich nach wie vor total wichtig.

00:17:23: Und es gab natürlich daran auch krasse und berechtigte Kritik auf der einen Seite ganz klar so eine marxistische Kritik, die eben von der Schlagzeit kamen.

00:17:33: Das ist irgendwie zu klein klein.

00:17:34: Wir müssen rauszoomen, wir müssen uns die gesellschaftlichen Verhältnisse im Ganzen angucken und wir sind alle unabhängig von unserer Identität nicht in gleicher Maße aber doch gleichermaßen im Sinne von alle im selben Boot also fast alle.

00:17:48: da wir als Arbeitnehmer Erstmal den Arbeitgebern gegenübergestellt sind wir sehr unterschiedlich Interessen verfolgen und dies eine gesamte Gesellschaft formt mit allen Identitäten die es darin bilden darin werden können.

00:17:57: Und oft auch bestimmte Identitätsbildungen also Rassifizierungen, Vergeschlechtigungen ganz stark eingebunden sind in ökonomischer Muster.

00:18:04: dass die Schwangerschaft von Frauen immer auch kapitalistisch kontrolliert werden muss damit eben die Arbeiter nachkommen können, dass Rassifizierungen von bestimmten Gruppen total wichtig sind.

00:18:15: Damit man gerade im Niedriglohnensektor Leute weiter über ausbeuten kann und so weiter.

00:18:18: Das kann man ja alles irgendwie machen, aber die auch schon oft wiederholen finde ich auch ganz wichtige Kritik.

00:18:23: also der Marxismus ist ein bisschen rausgesunnt.

00:18:25: Und ich finde die andere Kritik an Identitätspolitik kam tatsächlich eigentlich in so eine etwas späteren Phase, die ich jetzt noch anhaltend sehe bei den sehr leise geworden ist vom Queerfeminismus selber.

00:18:35: Also eigentlich der feministischen Strömung, von der man immer sagt das ist Identitätspolitik pur.

00:18:41: Und ich finde es interessant dass es von dieser Seite auch so eine Kritik an Identitäterspolitik gibt oder nicht nur gab sondern gibt die sich eben glaube ich irgendwann so sehr verheddert hat in der Identitätspolitik, dass ihre Widersprüche total offensichtlich wurden.

00:18:54: Also will heißen diese ja bei Facebook kann man jetzt vierundsechzig Geschlechts-Identitäten auswählen und ich weiß ja noch diese Boomer Memes die dann überall runter sind obwohl es immer nur eine Testphase war wo das kostet sich glaube ich ein paar Monate machen und haben sie wieder abgeschaltet.

00:19:05: also abgesehen davon wurde glaube ich Menschen einfach klar okay krass wenn wir jetzt jetzt diese Ebene der Identität Politik nicht nach oben hin verlassen so raus zu wie Maxismus oder mal richtig reinzu mal richtig in die einzelnen Biografien reingehen und das was bestimmte Identitäten ausmacht oder nicht.

00:19:24: Dann stößt man unweigerlich irgendwann, naja das klingt ein bisschen kitschig auf das Leben!

00:19:29: Auf die extrem komplexen Biographien von Menschen, die immer jede Schublade egal ob es zwei, zwanzig oder sechzig sind halt sprengen.

00:19:38: Das heißt was da, glaube ich kühl feministisch ganz gut herausgearbeitet wurde auch mit biografien von queeren menschen die ihre lebensgeschichten erzählt haben die ihrer fahrung und halt haben wir einfach gecheckt haben.

00:19:47: hey Wir haben hier so viele layers das kriegen wir alles gar nicht zusammen gebunden die gecheckten wir müssen es gar nichts zusammenbinden.

00:19:52: identitäten sind keine abgeschlossenen klar abgrenzbaren gebiete.

00:19:57: weißt du wo du sagen kannst hier sind wir da sind die anderen.

00:20:00: das macht mich aus dass macht die andern aus dass dieses also dass diese ganzen labels irgendwie immer so quer geschossen werden.

00:20:09: Das wurde glaube ich mittlerweile sehr gut erkannt und wir haben einige Stimmen gerade aus einer queeren Community.

00:20:14: Diese zum Beispiel an solchen Begriffen, die flinter auch da wieder alle sagen das ist ja voll der feministischen Begriff Frauen lesben inter nicht mehr Trans Agenda das ist völlig.

00:20:23: also das ist der inbegriff von queer feministischen Kampfkabeln.

00:20:25: sag' ich jetzt mal dass wir aus der queer feministische Community einen Kritik an diesem An diesen Begriff haben weil Ja heute einfach nur noch bisschen progressiv mein frauen sternchen.

00:20:39: ja

00:20:40: also ich meine noch mal zurück, ich kritisiere flinterpersonen was dann immer wieder auf social media gesagt würde.

00:20:48: Ich habe das jetzt auch mitbekommen in einem buch bei brutal fragile typen

00:20:51: was ich heute noch gelesen hab

00:20:53: wundervoll sehr schön

00:20:56: war heute jim habe brust dreizebs trainiert bin nach hause und habe total fragile typen gelesen

00:21:01: stabil oder wie man sagen würde maschine Genau.

00:21:08: Da kam auf jeden Fall jetzt auch so Buchkritiken, wo das dann immer wiederholt worden ist?

00:21:13: Ich meine ich hab noch so eines gesehen, jetzt kann ich das mal sagen normalerweise soll Leute ihren Kram machen aber das hat mich wirklich ein bisschen fassungslos gemacht.

00:21:20: Also die Story ist auch deutlich nicht mehr aufzufinden.

00:21:22: deswegen kann ich es auch so sagen Das ist mir so reingespült worden

00:21:26: Wo

00:21:27: eine Person Eine Art Buchkritik gemacht hat indem eine Bingo-Karte ausgefüllt worden ist.

00:21:34: und ich muss sagen dass betrifft ja nicht nur mich sondern Da wurden auch andere Bücher mit dieser Bingo-Karte, ich weiß gar nicht ob man das bewerten nennen kann.

00:21:41: Weil es ja einfach nur noch so eine Checkliste ist.

00:21:43: also... Nicht was steht in dem Buch und ist das irgendwie sinnvoll oder nicht?

00:21:47: Sondern sind bestimmte Eigenschaften des Buches erfüllt.

00:21:50: Sowas wie steht der Name der Übersetzerin auf dem Cover?

00:21:53: und ich denke mir so ein Buch wurde nicht übersetzt.

00:21:55: damit ist doch nicht.

00:21:58: Ist das ein Buch über weibliche Wut?

00:21:59: Wurde das Buch wegen des Cavers gekauft, wurde das Buch von Blogger innen nachgekauft.

00:22:03: Das habe ich überhaupt nicht verstanden was es bedeuten soll.

00:22:05: und eben ist das Buch vom Flinter geschrieben.

00:22:09: oder gibt es marginalisierte Perspektiven obwohl das ja auch irgendwie so ein Dopplong ist?

00:22:13: also ich hab's irgendwie nicht mehr verstanden Und dann wurde irgendwie kommentiert dass ich irgendwie doch nicht bin.

00:22:17: er bin eine andere Person.

00:22:19: vorher geschrieben Ja!

00:22:19: Ich bin ein Queerazisman und da denke ich mir ja Leute jetzt müsst ihr mal mit euren ganzen Begriffen euch mal ein bisschen widersetzen, weil Flinta wenn man es ganz ernst nimmt beinhaltet Cis Männer.

00:22:32: Also bei Flinta ist ja das I enthalten also intergeschlechtlich und Cis heißt ja erstmal nur dass deine Geschlechtsidentität die du hast mit der übereinstimmt die dir bei Geburt zugewiesen worden ist.

00:22:43: Das

00:22:44: heisst aber wenn du intergeschächlich bist, weil du zum Beispiel keine Ahnung jetzt kein Uterus hast.

00:22:50: Du hast eine voll ausgebildete Vulva aber keinen Uteros gibt noch andere Variationen, da kann man jetzt tausend Sachen sagen.

00:22:56: oder du hast irgendwie XXX-Pilompromosum oder so was.

00:23:01: Dann kann es ja durchaus sein dass dir bei Geburt ein weibliches Geschlecht zugewiesen wird und du dich als Frau identifizierst obwohl du formal gesehen E bist also inter Das heißt du kannst cis sein und intergeschlechtlich gleichzeitig.

00:23:13: Also das ist jetzt ein bisschen kompliziert im Sinne von ich kann intergeschäftig sein mir kann der bei Gebur... Junge zugeschrieben worden sein.

00:23:21: Ich kann mich im Erwachsenenalter als Mann identifizieren und damit bin ich ein Zisman, ein intergeschlechtlicher Zismam?

00:23:28: Und wer würde da mit eigentlich formal zu Flinter gehören?

00:23:30: Aber gut!

00:23:31: Das sind jetzt so Feinheiten... Da muss ich mich erst mal hinsetzen, die Leute in fünf Minuten reden bis irgendwas kapiert wurde.

00:23:35: Das sind auch Feinhalten, die ich von niemandem erwartet, dass wenn man nicht ganz tief in queer feministischer Theorie und Praxis drin ist, das irgendwie noch checkt, muss man aber auch gar nicht checken.

00:23:46: Hier ist ein Fokus auf Identitätspolitik, den ich einfach nicht mehr nachvollziehen kann.

00:23:51: Also wo ich wirklich nur noch davor stehe und denke das war es doch irgendwie nicht.

00:23:58: Und vor allem als nichtbinäre Person.

00:24:00: Das ist ja eine Identität die kein Mensch mehr checkt.

00:24:03: also die ist zwar immer bei Finter ganz prominent vertreten im end Aber ich habe noch nie ne Person getroffen die nicht trans oder nicht binär ist die gecheckt hat was das bedeutet.

00:24:13: Also Ich würde sogar sagen ich weiß selber nicht genau was das bedeutet Aber ich weiß anders, was es nicht bedeutet als andere Personen, die nicht binär sind.

00:24:23: Also im Sinne von... Die meisten Leute checken das nicht, weil sie sich einfach nicht checken.

00:24:26: Ich weiß schon sehr genau, was ich bin oder was ich nicht bin.

00:24:29: Ich krieg's nur noch nicht gut gefasst Und ich möchte aber nicht dass mir das irgendwie zum Nachteil ausgelegt wird.

00:24:36: Das gesagt wird ja Nicht-Binarität, das sind einfach nur verwirrte Leute.

00:24:39: Ja wir sind verwirrt und wir sind produktiv verwirrd.

00:24:41: Also, wir sind verwirrt von den Erwartungen, die uns entgegen gebracht werden.

00:24:44: Wir sind verwIRRT von den Körperverhältnissen, die man als Mann oder Alsfrau irgendwie haben sollte!

00:24:48: Wir sind verwirrt von dem Fragen, die an uns gestellt werden qua unsere zugelgeschriebenen Geschlechtes.

00:24:53: Weißt du?

00:24:53: Davon werden wir verwirrt... Aber dass nicht-binäre Menschen keine Männer oder keine Frauen sind, das wissen dich schon sehr genau so und ich muss daran denken.

00:25:02: es gibt eine Autorin, die ist sehr schätzer Tori Peters.

00:25:04: Die hat ein wunderbares Buch geschrieben, The Transition Baby.

00:25:07: Und da geht es um eine Zischfrau, eine Transfrau und eine, wie soll ich sagen?

00:25:14: Eine ehemalige Transfrauer.

00:25:16: Also es ist nicht ganz klar... Sie hat eine Weile als Frau, also die Trans ist gelebt und dann wieder detransitioniert und lebt jetzt öffentlich sichtbar als Mann.

00:25:26: Und da geht es ganz viel um das Bedauern der Transition oder vielleicht auch das Bedauer in der Detransition.

00:25:31: und Tori Peters war an dieser Lesung und meinte dass er in dem Buch ganz wichtig war Charaktere zu schreiben ihre Transition oder ihre Detransition bedauern dürfen, ohne dass es ihnen zum Nachteil ausgelegt wird.

00:25:43: Und sie hat das genannt... also wogegen Sie sich richten möchte?

00:25:46: Eine Repetination of regret!

00:25:49: Also sie möchte nicht, dass das Bedauern gegen die Person, die etwas bedauert instrumentalisiert wird nur weil bestimmte Transpersonen entscheiden, dass die Detransitions nicht der richtige Weg war dass es ihnen zu hart war, vielleicht in einer Welt die sie dafür täglich bestraft.

00:26:02: Dass es so viel Erklärungsbedarf war, das es einfach nicht ging, dass auch die körperlichen Folgen zu krass waren von Transitionen.

00:26:09: Dass man das mit bedenkt und berücksichtigt.

00:26:12: Und diese Forms von Feinfühligkeit oder von Mitgefühl gegenüber queeren Menschen, die nicht ganz klar in diesen männlichen oder weiblichen Schub laden.

00:26:22: passen oder passen wollen.

00:26:24: Die ist ein bisschen verloren gegangen, glaube ich in Zeiten wo halt so einen Radikal feministischer Impetus super stark ist.

00:26:33: und dann halt es gibt die Männer und es gibt Dieflinter die oft eben nur Frau und Sternchen sind und diese ganzen Zwischentöne finden einfach nicht mehr so richtig statt.

00:26:43: und ich weiß auch nicht ob das Instagram einfach als Plattform die das ganz viel befördert.

00:26:48: Also ich meine, ich hasse ja E-Stories!

00:26:50: Das ist für mich so eine Pinwand wo eigentlich nur so Denonziation und Verleumdung betrieben wird.

00:26:56: heute nennt man das dann Out Calling aber ich finde es ist Verleumnung und Denonziation.

00:27:01: Es gibt aber auch noch wirklich ehrlich arbeitende Influencer die einfach nur ihre körperliche Selbstdarstellung in ihren Stories betreiben.

00:27:09: und du sprichst mit solch einer.

00:27:11: Das möchte ich auch bitte gewürdigt bekommen.

00:27:13: Ich will es nicht sagen, also ja... Es ist nicht alles schlecht!

00:27:16: Es war nicht alles Schlecht in den Storys?

00:27:18: Es ist wirklich

00:27:18: alles schlecht.

00:27:20: Aber.. Ja, ich weiß nicht.

00:27:22: Ich habe letztens so ein Reh gesehen von einer Nichtbinär in Person.

00:27:24: Die meinte, da müssen die ganzen Enbis eigentlich hin.

00:27:26: Und ich dachte mir, wo sind sie eigentlich hin?

00:27:27: Ich meine, vor ein paar Jahren war das irgendwie alle am Munde und wir alle sind nicht binäher und die Zukunft sind nicht benäher.

00:27:31: Und irgendwie in Amerika hat sich bei der Gen-Sie gefragt und dabei eine hohe Anschläge anzulernen Leuten, die sagten, wir sind nicht binähr.

00:27:37: Da schicken wir so, die sind jetzt alle

00:27:38: weg?!

00:27:39: Also die Kommentare unter den Video waren auch so, ey sorry ich war kurz duschen oder keine Ahnung es ist gerade so viel Arbeit und es ist grade so viel Stress.

00:27:46: Es verlassen wir so ein bisschen mit Humor zu nehmen.

00:27:50: Aber ja also mir scheint das nicht Bilarität-Kröfinismus wieder so ein Luxusproblem geworden Und das finde ich irgendwie jetzt nicht so mein Style.

00:27:59: Ich kann oder für plädieren.

00:28:01: Wir brauchen eine ökonomisch fundierte Linke Die bei all den großen Strukturen nicht vergisst dass immer noch das wunderbare abgefagte konkrete Leben ist dass immer wieder quer schießt und das kann uns, glaube ich, der Cliff wenn es muss insbesondere als politische Bewegung beibringen.

00:28:13: Dass das der Fall ist.

00:28:14: deswegen ja mein Schluss abhelföhe hier meinen kleinen Monolog wäre Least Marx und Least Queers.

00:28:25: Sehr schön!

00:28:25: Ich denke dir sehr für diesen kleinen spontanen Vortrag oder nicht so ganz spontan Vortrack Und ich freue mich sehr auf deine Diskussion mit Nikolaus Blome.

00:28:34: Aus

00:28:35: eurer tollen Herrenrunde

00:28:37: Das ist mir das Thema schon auch echt auf dem Herzen liegt.

00:28:41: Ich könnte da noch viel länger darüber reden, ich habe da eigentlich viel zuzusagen und finde es irgendwie... Es sprült dann so aus mir raus.

00:28:49: aber ja.

00:28:51: Über die ökonomisch fundierte Linke machen wir auch nochmal eine ausgiebige Folge.

00:28:57: Da haben Simon und ich, das kann ihr jetzt schon versprechen, dir uns zuhört.

00:28:59: Dann haben wir schon einiges in Planung.

00:29:02: also... Die Zertörung der Linken steht bevor!

00:29:06: Oh Gott, nein!

00:29:08: Ja doch vielleicht.

00:29:09: Ich bin übrigens am sechzehnten Mai in Halle auf einer Veranstaltung, wohin geht's mit der Linken?

00:29:16: Also mit Leuten aus der Linkspartei, wo wir quasi die Zukunft der Links-Partei erörtern.

00:29:22: und ich bin diese Woche, also am fünfundzwanzigsten April für alle BerlinerInnen, da bin ich auf dem Tatslab auf dem Festival von der großen linken deutschen Tageszeitung.

00:29:34: so großartige Linke, wie Nicolas Potter beschäftigt.

00:29:39: Und da bin ich auf einem Panel und diskutiere ... Mit Potter?

00:29:43: Nein, nein!

00:29:44: Über die Werbpflicht diskutier' ich damit.

00:29:47: Anna Belguntas, Reservistin und Leoka Di Reimas, Reservistin- und Mitarbeiterin bei Arx Robotics einer Drohnenfirma bekannt aus der Markus Lanz Sendung mit Ole Neumont.

00:30:01: Das war die eine Mitdiskutantin von ihm in der Sendung.

00:30:04: Naja, ich erinnere mich.

00:30:05: Die quasi direkt... Ich glaub die saßt direkt neben Markus Hans.

00:30:09: Und das ist einfach toll, weißt du?

00:30:10: Wenn man bei einer linken Zeitung auftritt und dann sitzt man da mit zwei Mitgliedern der Bundeswehr und eine davon arbeitet noch für einen Drohnenhersteller.

00:30:21: Also ein Defend-Startup!

00:30:25: Und da freue ich mich einfach sehr drauf.

00:30:26: also unironisch, ich freu mich drauf.

00:30:28: Und ich würde mich freuen wenn ihr alle, die hier uns zuhört, wenn ihr dahin kommt Genau.

00:30:35: Ich hab mir ein Thema rausgesucht, du weißt glaub ich schon so'n bisschen was mein Thema ist weil ich hatte's dir glaube ich auch angeschwindig.

00:30:41: Das war gut dass du mich da vorgewarnt hast.

00:30:43: dann konnte ich sehr tief durchatmen... Ich kann ja noch atmen!

00:30:47: Oh Gott, das stoppt.

00:30:47: Ich darf nicht.

00:30:49: Was?

00:30:50: Ich habe jetzt schon einen Joke gemacht der gleich erst zündet.

00:30:53: Ja bitte.

00:30:54: Der gleich zünd.. oh Gott.

00:30:56: Nein, ich würde gerne rein starten mit der Frage wer ist für dich der Popstar Zehn Jahre.

00:31:05: Hey, Moment!

00:31:06: Warte mal, wollten wir nicht über den Wahlreden?

00:31:08: Nein...

00:31:12: Und ich wollte schon so die Luft zum Atmen-Jogg machen und dachte... Du

00:31:15: warst witzig über sterbende Wahle.

00:31:17: So hell...

00:31:19: Dann habe ich das Thema voll vercheckt.

00:31:21: Ich musste mich hier körperlich geistig auf so kariergenerierte Boomer-Wahlsongs.

00:31:27: Also mein Bruder hat mir bestimmt, also ich weiß nicht wie du es nun diesen Wahlsongs geschickt.

00:31:32: Ich hab dir auch einige geschickt!

00:31:34: Ja du auch.

00:31:34: und jetzt ist mein TikTok Feed halt voll von irgendwie weinenden Tierschützerinnen die halt nur noch über den Wahl sich abpacken während eben diese KI generierten Dinger im Hintergrund laufen und weil TikTok offensichtlich denkt, mein soziales Umfeld ist full into well content Und ich habe mich auf diesen absoluten Brainrod eingestellt.

00:31:53: Sorry das war...

00:31:55: Nein, nein.

00:31:55: Quatsch!

00:31:56: Ich habe ein extrem gutes Thema und ich freue mich sehr über... Also ich freu' mich dass ich das dir gleich mitteilen kann weil ich finde es ist sehr interessant was ich mir was ich vorbereitet hab im Gegensatz zu diesem dämlichen Wahl.

00:32:12: Ich habe gestern mit Ole Niemann schon zwei Stunden lang auf Twitch über den Wahl geredet und wir haben uns Clips angeguckt und das ist wirklich die maximale Verblödung.

00:32:21: also Da merkt man wirklich einfach, mit was man die Leute agitiert bekommt.

00:32:27: Es wird die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gestrichen und es ist nicht nur Arbeit, damit ein Milliardär reicher wird.

00:32:36: Und du wirst von den Demokraten, die dich beherrschen, als Menschenmaterial gesehen.

00:32:43: Das den Leuten alles egal, sondern es ist nur wichtig in irgendeinen Buckelwahl von in der Ostsee irgendwie sich verirrt und dann da stirbt.

00:32:52: Und da erkennt man auf einmal die dunklen Machenschaften der Politik, und da ist eigentlich Militärtechnologie in diesem Wahl drin.

00:33:00: Es ist auch frustrierend weil man sich so denkt okay man macht doch politische Aufklärung und politischer Agitation, weil man glaubt dass Menschen grundlegend vernunftsbegabte Wesen sind und man kann die Leute mit einem Argument erreichen und vor allem wenn das Argument auf die eigene materielle Situation abzielt.

00:33:16: Aber nein, das ist alles scheißegal!

00:33:17: Es dreht sich um diesen dämlichen Buckelwale die bei der Bildzeitung halt drei Wochen lang auf der Startseite sind und das mobilisiert die Leute offenbar.

00:33:28: Das sind grundsamerweise meistens würde ich sagen Leute die jeden Tag irgendwie drei Kilo billig hack essen und dann auf einmal quasi ihre Tierliebe entdecken.

00:33:37: aber es ist alles egal, dass ist alles komplett egal.

00:33:39: Ich will eigentlich über was anderes reden also...

00:33:41: Wie schön.

00:33:42: Gut, los geht's!

00:33:42: Lieber Ola,

00:33:43: lieber Ola... Wer ist für dich der Popstar der Zehnerjahre?

00:33:48: Und vor allem auch der Social Media-Jahre.

00:33:53: Warte mal, gib mir eine Sekunde...

00:33:58: Es gibt eigentlich nur eine Antwort.

00:34:01: Ich bin mit den Jahreszahlen gerade nicht mehr so konf... ...so Form... Ach sieh ich... Nee, ich kannst

00:34:08: du Bauchgefühl... Der Bauch gefühlt... Ja, bauchgefühlt

00:34:11: wird nice beers

00:34:12: Aber das ist ein

00:34:13: bisschen zu gut.

00:34:14: Nicht der Social Media Jahre, er hat dir nix mit Social Media...

00:34:17: Das waren nicht die Zehnerjahre?

00:34:19: Ja.

00:34:20: Also welches Wessen Stardom untrennbar mit Social media verknüpft es?

00:34:30: Ich weiß wirklich nicht!

00:34:31: Es ist natürlich Justin Bieber.

00:34:34: Justin Bieber wurde in dem Jahr sieben entdeckt auf YouTube.

00:34:39: Da war YouTube zwei Jahre alt Und er hat ein Cover von einem Chris Brown Song oder Asher-Song gepostet.

00:34:49: Oder er hat da gesungen und war zu dem Zeitpunkt vierzehn, glaube ich?

00:34:55: Und er hatte gesungen!

00:34:57: Das hat einen Musikmanager namens Scooter Brown der später berühmt wurde oder nicht nur berühmt wurde sondern berüchtigt wurde dadurch dass er den Musikkatalog von Taylor Swift sehr lange an sich gehalten hat, an seiner Managementfirma und den quasi nicht freigegeben hat.

00:35:15: Und dieser Scooter Braun hat damals im Jahr sieben sich verklickt und hat dieses Cover von dem damals ungefähr vierzehnjährigen singenden Justin Bieber entdeckt und war sofort hin und weg und hat gewusst das ist das nächste große Ding.

00:35:37: Krass!

00:35:40: Wo der Musiker seinen ersten EP veröffentlicht, sein erstes Album und war von da an der größte Popstar der Jahr.

00:35:54: Der wirklich mit Popmusik.

00:35:56: Klar Kanye West oder Drake sind auch in den zehn Jahren wahnsinnig berühmt aber halt hier mit einer anderen Musikrichtung Kulturellen Ausrichtung.

00:36:07: Aber was so diesen klassischen Popstar, dieses klassische Popstar da sein betrifft ist Justin Bieber zusammen mit der aufkommenden Social-Media-Ära wirklich das Prime Example.

00:36:22: Kannst du dich an diese frühen Jahre der Justin Bieber Ära erinnern?

00:36:27: Wo so Baby rauskam und Never Say Never und wo alle diesen Justin Bieber Herrkart hatten, was mit diesem rübergebürsteten oder rüber geföhnten Haaren und so.

00:36:37: Ich kann mich nur an den Style erinnern, du sprichst ja bei deiner Person die popkulturell so ungebildet ist wie man es nur sein kann also...

00:36:44: Dafür hast Du ja mich, Bola!

00:36:46: Ja eben,

00:36:48: eben!

00:36:48: Ich habe Großteil meiner Jugend im Internet verbracht und deswegen kann ich Dir da gerne die Nachhilfe geben.

00:36:54: Also ich meine ich war wo Justin Bieber würde ich sagen...

00:36:57: Ja auch ich hab auch den Großteil meines Jugend im internet verbracht.

00:37:00: Ich bin

00:37:04: in der Öffentlichkeit.

00:37:06: Sagen Sie mal!

00:37:08: Na ja, auf jeden Fall in dieser Zeit wo Justin Bieber so massiv populär wurde, also so ein Zehn, elf, zwölf, dreizehn kann ich mich daran erinnern dass halt einfach so einen Warn... Also es gab einen wahnsinnig großen Hass auf Justin Bieber vor allem eben bei Jungs und in meinem Alter Und das war so eigentlich Volkssport Justin Bieber scheiß zu finden.

00:37:29: Das ist vielleicht vergleichbar wie man heute die grünen Scheiße findet Und damals fanden einfach alle vor allem eben junge männliche Teenager und Männer Justin Bieber scheiße.

00:37:40: Und das kann nicht mit seiner Musik zu tun gehabt haben, weil die Musik war damals schon cropper also es waren einfach catchy Songs so und es war Popmusik.

00:37:49: Es war aber halt hauptsächlich so eine... Rückblickend würde ich tatsächlich sagen dass er einfach neid.

00:37:57: Also man fand's einfach scheiße, dass da so ein namens Justin Bieber, der bekannteste junge Mann auf der Welt war.

00:38:08: Also auch die Industry Plant-mäßig?

00:38:10: So die von der Form groß, ne?

00:38:12: Nee gar nicht.

00:38:13: also das war überhaupt kein Vorwurf.

00:38:14: ich glaub damals gab's Ich weiß nicht ob es den Begriff schon in der Form so richtig gab oder das Konzept.

00:38:21: Auf jeden Fall war es halt... Es war deswegen glaube ich so groß dieser Hass Weil Justin Bieber halt überall war und weil alle Mädchen und Frauen ihn toll fanden Ja.

00:38:33: Und ich würde sagen, das hat so eine Reaktanz ausgelöst und deswegen fanden halt alle Justin Bieber irgendwie scheiße.

00:38:38: Da gab es auch noch den Begriff Metrosexuell, weißt du?

00:38:41: Irgendwie... Der hatte irgendwie Ohrringe und Schmuck und so und ist halt keine Ahnung.

00:38:45: also nicht irgendwie so ein Gym Bro oder so weil ne?

00:38:50: Und jetzt ist Justin Bieber immer noch berühmt!

00:38:54: Und dass es neunzehn Jahre nachdem er auf YouTube entdeckt wurde

00:38:59: Das schaffen nicht viele, also auch relevant zu bleiben.

00:39:02: Ja das schaffen tatsächlich nicht viele.

00:39:05: und diese Karriere hat einen neuen Höhepunkt erfahren vor wenigen Tagen und zwar war er der Headliner auf dem Coachella Festival und hat an zwei Wochenenden quasi das große Main-Event gespielt.

00:39:21: Auf der Hauptbühne auf dem Cochella Festival in Nevada ist es glaube ich eben in der Büste wo viele hunderttausend Leute hingehen, was ein Social-Media-Event ist jedes Jahr.

00:39:34: Und der hat da an jetzt zwei Wochenenden also jetzt quasi gerade und in der Woche davor eine große Show gespielt, jeweils neunzig Minuten.

00:39:43: Ich würde gerne über die Show vom ersten Wochenende sprechen, also die vor knapp zehn Tagen weil ich die für sehr, sehr interessant halte politisch und so kulturell oder popkulturell.

00:39:55: er hat für diese Oder anders gefragt, was schätzt du?

00:39:59: Was Justin Bieber so pro Show da bekommt.

00:40:01: Wenn er Headliner vom Coachella-Festival ist?

00:40:04: Boah es ist wirklich...

00:40:06: Es ist mehr als wenn wir ein Podiumsdiskussion machen.

00:40:12: Ja halbe Mille.

00:40:13: Zehn Millionen.

00:40:16: Man geht neben eine Viertelmillion.

00:40:18: Ja stimmt.

00:40:19: Zehnt Millionen!

00:40:20: Aber dann haben die das ja wahrscheinlich über das Festival hinaus vermarktet weil das können die Karten ja nicht reinspielen.

00:40:26: Nee, es geht halt auch um die Zeitverwertung dann.

00:40:30: Und die Zweitverwertungen ist bei dieser Performance...

00:40:34: Also das machen sie auch?

00:40:36: Ja man kann sie nicht wirklich im Nachhinein anschauen.

00:40:39: also es gibt ein Livestream den man sich anschauen kann.

00:40:42: aber es ist nicht so dass wenn man jetzt auf YouTube eingibt Justin Bieber Coachella full performance dass man sich das anschauen könnte ich glaube das ist tatsächlich schon... Also ihm haben da so wie ich das verstanden habe knapp zweihunderttausend Leute live zugeschaut?

00:40:57: Zweihunderttausend!

00:40:59: Okay, dann hätte ich meine Zahl auch nach oben kriegen.

00:41:01: Ich weiß irgendwie so keine Ahnung... Nee

00:41:03: also das Coachella Festival ist schon würde ich sagen das größte Musikfest oder nicht?

00:41:07: das größt aber vielleicht wahrscheinlich das bekannteste Musikfestival auf der Welt.

00:41:11: Ist es dir ein Begriff?

00:41:13: Wirklich nur vom Namen.

00:41:15: Weil ich habe das noch nie...

00:41:17: Also Karten sind

00:41:18: wir... Also da hättest du trotzdem gesagt zwei Millionen vielleicht zweieinhalb über die Grenze Aber immer noch vierfach verschätzt.

00:41:30: Die Karten sind halt einfach wahnsinnig teuer und alles ist teuer, also eine Wasserflasche kostet wahrscheinlich so fünfzehnundzwanzig Dollar Und da leppert sich das irgendwie schon.

00:41:40: und ich meine die Sache bei so teuren Headlinern ist ja auch dass es sich direkt ökonomisch oft gar nicht rechnet.

00:41:47: Also zum Beispiel ich kannte mal jemanden der Bookings in Berliner Clubs gemacht hat und dann hat er auch erzählt Future ist auch einer der, ich sage Top Rapstars der letzten zehn, fünfzehn Jahre.

00:42:00: Der hat meine kontenturgespielten Berlin und hat eine Aftershow-Party dann in diesem Club gemacht.

00:42:06: Und da hab' ich dann gefragt wieviel er bekommen hatten.

00:42:08: Er meinte dann auch so irgendwie so zweihundfünfzig dreihunderttausend quasi nur für diese keine Ahnung wahrscheinlich zwanzig Minuten Aftershow wo er dann da performt noch mal im Club.

00:42:19: Das rechnet sich doch niemals!

00:42:20: Also nein natürlich nicht, die machen katastrophal Minos an diesem Abend Aber können halt sagen, wir hatten ein Future bei seiner Aftershow Party in unserem Club und das rechnet sich dann on the long run.

00:42:31: Bei Coachella würde ich tatsächlich sagen diese zehn Millionen holen sie auch durch Ticketverkäufe rein.

00:42:36: Würde ich einfach mal sagen durch allen anderen Verkauf also Merch.

00:42:39: Ja, also wenn in zwei Hunderttausend Leute nur für einen Konzert kommen, da sind ja noch mehrere Konzerte und so weiter...

00:42:45: aber gut.

00:42:45: Naja auf jeden Fall er hat genau...

00:42:48: Wenn die's bezahlen können, bezahlen wollen.

00:42:53: Es ist ein freier Markt, Ole und den wir sehr schätzen.

00:42:56: Er hat vor zehn Tagen seine Show gehabt ... Ich hab mir die auch ganz angeschaut.

00:43:02: Und ich finde es wahnsinnig interessant, was da passiert.

00:43:07: Die ersten fünfzig Minuten von der Show singt er einfach ganz normal.

00:43:14: Manchmal waren noch einen Gast quasi da, der nochmal eine Refrain gesungen hat.

00:43:18: Also zum Beispiel mit The Kid Leroy Hat der Stay gesungen, ein großer Hit.

00:43:23: Sehr catchy und war normales Konzert.

00:43:26: Das möchte

00:43:26: ich mich ja auch noch geben, gell?

00:43:28: Wenn Justin wie über zehn Millionen kriegt, da ist hier nicht die Bühne bezahlt und das Team, was sich nicht lichtt, tonen Tänzer in Feuershow-Sicherheit... Diese ganze Schlickschnack, den noch dazu kommt.

00:43:40: Ja klar!

00:43:40: Ich meine, die Kosten für das Kostetbaren sind nicht viel.

00:43:44: Klar, weil ich mein, das Coachella Festival hat ja auch einfach große Sponsoren.

00:43:47: also egal, da will ich gar nicht hinaus.

00:43:49: Auf jeden Fall Er hat dann da einfach in eine knappe Stunde ungefähr gesungen.

00:43:54: Und, dann... Hat er sich auf dieser Bühne.

00:43:57: die war relativ groß und relativ leer.

00:43:59: Da war gar nicht so viel los.

00:44:00: Da waren auch keine Tänzerinnen.

00:44:03: Dann stand da aber ein kleiner Tisch und einen Hocker und ein Laptop.

00:44:07: Und dann hat der sich an diesen Tisch gesetzt und hat an diesem MacBook angefangen zu scrollen.

00:44:12: Und da war YouTube offen!

00:44:14: Und dann war hinter ihm halt ein riesiger Bildschirm wurde im Prinzip einfach der Laptop.

00:44:23: Der Laptob wurde an dir auf diesem Bildschirm gezeigt, also der Lapptop-Bildschirm.

00:44:27: und dann war da so ein Live Chat eingeblendet genau wie in Twitch, also genau wie auf meinem oder meinem Twitch Kanal mit dem anderen Ole wo wir quasi wenn wir streamen haben wir einen Chat overlay wo dann halt der Live Chat auch im Stream zu sehen ist.

00:44:43: Genau so sah das aus ganz genauso und es war glaube ich der live

00:44:47: stream von...

00:44:50: Ja, ja von was quasi auf der Coachella Website glaube ich gestreamt wurde oder auf YouTube und das waren Leute die diese Show kommentiert haben.

00:44:58: Und dann hat sich Justin Bieber dahingesetzt und dann hat auch die Kameraführung gewechselt.

00:45:05: Das war nicht mehr so diese normale Konzertkameraführung wo es ein bisschen von außen ist irgendwie mit die Bühne vielleicht im Halbtotalen gezeigt sondern die Kamera direkt hinter dem Laptop so leicht über den Laptob gefilmt, dass quasi der Kamerafit aussah wie eine Webcam.

00:45:24: Also wie als ob er sich mit diesem MacBook filmt was natürlich gut ist weil es war halt so in Kanan wahrscheinlich die sechzehn K aufgenommen oder so.

00:45:33: aber die Optik war ein Twitch Stream.

00:45:35: also das war ein twitch live stream der da simuliert wurde und dann hat Justin Bieber auch nicht gesungen sondern saß.

00:45:43: dann war so ja okay ich gucke mal ne Live Chat was dir Leute schreiben und was für Songs die Leute sich wünschen.

00:45:49: Und dann hat er, man sollte halt ihm solche Sachen geschrieben, und dann hat der angefangen in den YouTube Suchleiste Baby zu tippen... ...und hat einfach das Musikvideo zu seinem wahrscheinlich größten Song Baby angeklickt und dann lief das einfach!

00:46:07: Also dann liefe einfach Youtube auf dem riesigen Bildschirm.

00:46:12: Der Sponsor ist auch Google gewesen?

00:46:14: Das weiß ich nicht, aber auf jeden Fall hat er dann über dieses Musikvideo drüber gesungen.

00:46:19: Also er hat im Prinzip mit sich selber ein Duett geführt.

00:46:23: Aber das ist doch eine nice Idee!

00:46:24: Ja und jetzt, guck mal... Jetzt geht es hier weiter und da hat er's mit anderen alten Songs gemacht also Beauty and a Beat Never Say Never.

00:46:31: auch dann neueren, also das heißt neueren Songs.

00:46:34: Sorry ist auch elf Jahre alt.

00:46:36: Is it too late now to say sorry?

00:46:39: Und ja Es war irgendwie.

00:46:44: Also die Leute haben es total abgefeiert.

00:46:47: Das ging dann so in zwanzig Minuten ungefähr und dann hat er noch mal, am Ende nochmal eine Viertelstunde quasi normal gesungen und also ohne diese Twitch Ästhetik oder diesen Laptop.

00:47:00: aber er hat dann im Prinzip du Ads mit sich selber geführt und er hat auch das allererste YouTube Video von sich.

00:47:09: was Scooter Braun damals durch Zufall entdeckt hat, hat er auch abgespielt und hat dann quasi zu sich selber in die Vergangenheit geguckt.

00:47:19: Und hat mit sich selber dann auch noch mal dieses Cover was er in diesem Video singt also mit sich selbst gesungen.

00:47:26: Aber

00:47:27: ich finde das treibt ja so diese Single Long Ästhetik irgendwie auf, dass viele Menschen sitzen Zuhause vor ihren Bildschirmen gucken sich Musikvideos an, haben Kopfhörer auf und singen einfach somit und plötzlich

00:47:38: passiert das mit der Person

00:47:41: mit der du mitsingst, die singt auch mit und dann singt ihr gemeinsam zu dem Musikvideo.

00:47:44: Ja... Und dann hat er irgendwann angefangen quasi wenn also kurz bevor dem das war.

00:47:51: in einem anderen älteren Song hat er so kurz von dem Referat dann weggeklickt und hat so ein Meme angemacht.

00:47:58: Also kennst Du dieses Video wo so'n Typ am Telefon ist?

00:48:00: Und er verarscht halt jemandem und sagt irgendwie did something came into the mail today?

00:48:05: oh yeah!

00:48:06: Something Came Into The Mail Today.

00:48:08: Die is nuts Got him!

00:48:11: Kennst du

00:48:11: das?

00:48:11: Ja,

00:48:12: ja.

00:48:12: So dann hat er das angeklickt so als Troll um quasi die zweihunderttausend Live-Zuschauer zu trollen und hat da noch dieses Video angemacht hier Double Rainbow All Across the Sky.

00:48:23: kennst du es?

00:48:24: Das war einer der ersten großen viralen YouTube Videos.

00:48:28: also das ist glaube ich literally einfach immer fünfundzwanzig Jahre alt.

00:48:30: dieses video wo halt jemand einfach einen doppelten Regenbogen filmt und halt total ausflippt wie schön das ist.

00:48:38: Das hatte auch schon wieder diese, also das war eine ganz klare, ein ganz klarer Callback auf das alte YouTube.

00:48:45: Wo YouTube eben noch nicht von Google gekauft wurde.

00:48:48: Wo Youtube noch keinen ausgefeilten Algorithmus hatte der dich immer weiter eigentlich in die Website rein saugt und ihr weiter Werbung anzeigen.

00:48:58: Als YouTube noch ein Kind war!

00:48:59: Ist es ganz ähnlich?

00:49:00: Nee als dass ich wieder noch

00:49:01: ein kind war.

00:49:02: Ja genau als du als ein Biber ein Kind oder Teenager Das Internet, das Web Two Point O. Also YouTube und Facebook gab es, Twitter gab es gerade so, Instagram gab es noch nicht, TikTok gab es lange nicht, Twitch gab es auch noch nicht.

00:49:22: Irgendwann hört er dann quasi auf, damit im Prinzip alte Memes zu gucken.

00:49:26: Live auf einer Bühne so und macht den Laptop so zu oder geht halt einfach weg und sagt so I have to stop i am getting pulled into the deep dark web.

00:49:35: also das was man auch so kennt.

00:49:37: irgendwie wenn man klickt Video after video an und man wollte eigentlich nur ein Video gucken und dann guckt man irgendwie zwanzig und genau das hat der da auch so gesagt Und dann gab es irgendwie auch WLAN Probleme.

00:49:48: Also ein Video hat lange geladen meinte dann so, ja irgendwie the fucking Wi-Fi doesn't work und so.

00:49:55: Und da weiß ich auch nicht ist es quasi gespielt also war das quasi eingeplant oder war's wirklich so dass es WLAN halt einfach ein bisschen langsam war?

00:50:03: Es ist alles wahnsinnig selbst referenziell!

00:50:06: Das ist aber okay weil ich glaube das war halt genau der Punkt von dieser Performance, dass man im Prinzip diese untrennbare Verbindung kommentiert die Justin Bieber Mit dem web two point oh also das web to point.

00:50:22: Oh ist quasi die Das stadium des internets Die was ich quasi durch so Klassische Webseiten wie youtube facebook und so weiter auszeichnet diese verbindung die justin blieber mit dieser era das internet hatte wird da Im prinzip zelebriert und sie wird Beendet.

00:50:44: also so habe ich das gelesen, dass diese perfekte

00:50:47: punkt also ich meine er kann ja auch nicht noch mehr.

00:50:49: Also ist das größte festival der welt mit der höchsten gage die wahrscheinlich so gezahlt werden kann.

00:50:54: also mehr geht halt nicht.

00:50:56: Ja

00:50:57: und das ist jetzt das ende

00:50:58: genau und er schaut also wortwörtlich auf sich zurück erscheint quasi rück.

00:51:02: also er dreht sich um Und er schaut sein altes ich an was quasi neunzehn jahre zuvor in einem youtube video irgendwie ein cross brown cover singt.

00:51:12: Und er schaut zurück und im Prinzip wird dieser Ehre das Internet da beerdigt.

00:51:18: Dieses Internet gibt es nicht mehr, weil Social Media ist generell einfach scheiße geworden.

00:51:25: solche Karrieren wie die von Justin Bieber sind heutzutage würde ich sagen einfach nicht mehr möglich Weil dieses Gefühl vom wilden Westen Dass du wirklich noch krasse Sachen im Internet entdeckst und die werden so ein richtig großes Ding.

00:51:39: sowas kommt eigentlich nicht mehr vor, so wie es halt vor fünfzehn Jahren oder zwanzig jahren mal vorkam.

00:51:47: Wo du einfach Sachen hochladen konntest und am nächsten tag warst uns da!

00:51:51: Und ich fand das so ein... Also es war künstlerisch gesehen sehr interessant und auch mutig dass man ihn einfach hinsetzen sagt ja guck dir mal youtube videos an.

00:52:04: also das wird er schon selber auch gemacht haben wollen aber Es ist auf der anderen seite.

00:52:09: aber auch finde ich extrem zynisch, weil dann auch viel von der zweitverwertung oder reaktionen auf diesen Auftritt kamen.

00:52:22: Da hab' ich gesehen von Internetstars wie Tanner Mongiu kennst du die?

00:52:29: Also ist YouTuberin war lange mit Jake Paul zusammen.

00:52:34: War glaube ich mit ihm verheiratet Fragezeichen.

00:52:37: Hat so Maker-Videos gemacht ist also steinreich damit geworden mit dieser mit dieser era von social media der zwei tausend zehner jahre.

00:52:46: und Dann hat die sich so gefilmt wie sie halt natürlich auch auf dem coachella festival war und Justin Bieber da anhört und anguckt Und er spielt baby und never say never und seine ganzen alten songs aus eben den frühen zehnerjahren.

00:52:59: und Sie fängt an zu weinen und sagt das ist irgendwie ein voll circle moment und kann es ist ein bisschen so sie erleben closure alle.

00:53:07: Das fand ich eigentlich ein gutes Wort, weil die leben ja erleben tatsächlich so eine Form von Closure in dem Sinne.

00:53:12: Dass sie diese Welle mitgeritten haben mit geritten sind und reichen berühmt wurden also sowohl Influencerinnen wie Tana Mongiu aber eben auch richtige Popstars wie Justin Bieber.

00:53:24: Und jetzt beerdigen Sie dieser Ehrer des Internets und das kommt nicht mehr zurück.

00:53:31: und das Internet ist einfach.

00:53:33: Diese Entshittification, wie du das mal... Also das nicht dein Begriff.

00:53:37: Das kommt dir von dem Doktor

00:53:39: auf.

00:53:40: Aber die Entshettification also dass quasi alles immer so ein bisschen etwas wird als immer ein bisschen schlechter weil Konzerne diese Social Media Websites verwalten einfach das Maximum an Profit raus pressen wollen und weil sie eben quasi Monopole sind haben Sie überhaupt keinen Anreiz Die nutzer innen gut zu behandeln oder ihnen was zu geben sondern man kann einfach das maximum an geld rauspressen.

00:54:06: so und ich meine wenn man leute fragt Habt ihr spaß im internet also findet ihr das?

00:54:13: Was wir so machen, was hier so im Internet erlebt.

00:54:15: Ich glaube die allermeisten Leute würden einfach sagen nein

00:54:19: Und wie geht es eigentlich nach so einer stunde tiktok?

00:54:22: ja Wie geht sie eigentlich?

00:54:23: kannst du dich an einen tiktoker erinnern was du geschaut hast?

00:54:26: so

00:54:27: Nein können die leute natürlich nicht und alle finden scheiße.

00:54:30: Justin Bieber ist so wirklich eigentlich wie ein Mammut.

00:54:35: Wie eine Steinzeit-Mammut, was es aus dieser Ära des Internets rausgeschafft hat.

00:54:42: und jetzt wird quasi auf diesem multimultimulti-multi millionen Dollar Festival sowieso auch nur wohlhabende Leute leisten können weil du musst erstmal anreisen, du musst da wohnen können und du kannst dir ungefähr vorstellen wie teuer Airbnbs sind wenn du da einfach eine Weile lebt.

00:54:59: Wohnen willst du?

00:55:01: Ich habe da Leute gesehen, die also einen fünfstelligen Betrag für ein paar Nächte Airbnb ausgegeben haben.

00:55:09: Einfach weil es so überbucht ist und in diesem Festival für wohlhabende Leute wird dann die Social Media Landschaft, die viele von diesen Leuten reich und berühmt gemacht hat, wird quasi der Abgesang auf sie gehalten.

00:55:30: Der Popkultur wird beerdigt mit dem großen Popstar, den diese Ära hervorgebracht hat.

00:55:36: Nämlich Justin Bieber so und er singt im Prinzip das Requiem auf dieser Ära des Internets Und es ist auf der einen Seite sehr schön anzusehen.

00:55:49: Also ich mag auch viele von den Songs die ihr dann da spielt Auch viele von alten Songs und so.

00:55:53: Es gibt zum Beispiel eine Stelle bei wo er den alten Song Beauty and the Beat singt.

00:55:59: Er macht halt auch wirklich einfach das YouTube-Video an, der Song ist von im Jahr zwölf oder so mit Nicki Minaj und er macht das YouTube Video an und singt so drüber.

00:56:07: Und in dem... In der Aufnahme von damals hat er halt doch eine ganz hohe Stimme weil er halt noch sehr jung war.

00:56:14: Der aktuelle Justin Bieber hatte eine tiefe Stimme und dann während er singt also während er dann live bei Coachella über das alte Musikvideo drüber gesungen hat, ist er so einer Oktober höher gegangen mit der Stimme Und die Leute sind auch total ausgerastet quasi, ne?

00:56:28: Also er hat wirklich nochmal... ...die Regression eigentlich in seine alte Stimme vollzogen und dann auch ja also mit dieser jugendlichen Stimme dieses Duett vollzogen.

00:56:41: Mit dem vierzehn Jahre jüngeren Justin Bieber.

00:56:45: Und ich finde das ein bisschen.. Das ist halt so emblematisch für die heutige Zeit dass es darf nichts Neues gemacht werden Es darf auf los nichts Neues gemacht werden.

00:56:57: Alles ist ein Callback auf frühere Zeiten und diese Performance so irgendwie angenehm, schön und auch innovativ irgendwie sie war oder also innovativ in der Form das ist der ultimative Callback.

00:57:14: Man schaut sich einfach nochmal den alten Kram an und singt noch mal ein bisschen drüber Und beerdigt damit im Prinzip dieser Ehre und sagt ab jetzt ist fertig.

00:57:25: Und das fand ich sehr interessant aus so einer kulturellen Sicht, aber auch weil da halt einfach nichts politisches drinsteckt.

00:57:33: Also da steckt überhaupt nix politisches drinnen!

00:57:37: Der Anspruch ist überhaupt nicht da und klar kann man jetzt sagen gut, sorry aber warum hast du einen politischen Anspruch an die Coachella Performance von Justin Bieber?

00:57:46: Ich

00:57:46: will vielleicht zum Abschluss nochmal eine andere Coachella-Performance erwähnen dass sie stattgefunden hat nämlich The Strokes, kennst Du

00:57:54: die?!

00:57:55: Ja.

00:57:56: Die hatten auch eine große Coachella-Show, die waren glaube ich nicht Headliner aber waren auf der Mainstage und während sie den Song Oblivious gespielt haben, haben sie immer wieder Leute eingeblendet, die von der USA und der CIA weggeputscht oder ermordet wurden also zum Beispiel Mohammed Mossadek im Iran, Patrice Lumumba im Kongo, Salvador Allende in Chile Raimi Rolldorsen, Ecuador.

00:58:25: Und dann stand da auch immer wurde ermordet von folgendem Putsch, von folgender US-Militäroperation von CIA in dem und dem Jahr Sie haben ein Bild eingeblendet von Martin Luther King und haben geschrieben dass die US Regierung eben in den Prozess danach mitverantwortlich gemacht wurde für den Mord an Martin Luther king.

00:58:46: und Dann Haben sie gegen.

00:58:49: zum Schluss der Performance haben sie angeblendete dass dreißig Universitäten im Iran durch den Angriffskrieg von den USA und Israel zerstört wurden.

00:59:00: Und ganz am Ende haben sie ein Video eingeblendet, wie das letzte Universitätsgebäude, was in Gaza noch stand, eben plattgemacht und bombardiert wird.

00:59:11: Also viel direkter kann es nicht sein!

00:59:13: Viel politischer geht es nicht so.

00:59:15: Das ist auch deswegen bemerkenswert... Weil sie durch diese sucht

00:59:19: mir halt gerade noch vorzustellen wie Justin Bieber The Beauty and the Beat singt und im Hintergrund Bild aus Kase gezeigt werden.

00:59:27: Ja, ich verstehe.

00:59:32: Es ist nicht unmöglich die Botschaft zu verpacken in hochpolitischen Zeiten wenn man das möchte.

00:59:37: Und als Künstler...

00:59:38: Das geht schon und es ist deswegen auch so gut weil die Strokes dadurch auch klarmachen dass der Krieg gegen den Iran halt keine kein Demokratisierungskrieg oder Befreiungskrieg ist von den USA, sondern in einer langen Reihe steht.

00:59:55: Von anderen Kriegen, von anderen Angriffskriegen die sie geführt haben und von anderen Regierungen und Herrschern die sie getötet und mordet haben.

01:00:04: Und da geht es gar nicht darum ob man irgendwie die Regierung im Iran gut heißt oder nicht, sondern man kennt einfach an dass der Geltungsanspruch der USA der Welt hegemon zu bleiben.

01:00:16: in den vergangenen Jahrzehnten mit brutaler Gewalt wahrgemacht wurde und aufrechterhalten wurde.

01:00:22: Und das ist dieser Krieg gegen den Iran, so.

01:00:25: Und ... Das fand ich sehr bemerkenswert, dass es von einer Rock'n Roll Band nämlich The Strokes einfach während einem Song abgehandelt wird ganz klar gemacht wird, dass hier kein Befreiungskrieg, keine Demokratisierung, die da stattfindet.

01:00:44: Also steht in einer Linie.

01:00:45: und

01:00:45: das Publikums?

01:00:46: Gut, also ich habe online auch eigentlich klar ist es wahrscheinlich mal eine Bubble.

01:00:50: Aber positive Sachen dazu gesehen... Also sie wurden nicht ausgebucht

01:00:53: und es wurde irgendwie

01:00:54: geöffnet

01:00:55: worden?

01:00:55: Nein, nein, nein!

01:00:57: Ich meine klein.

01:00:58: im Livestream kann man sowieso nur so grenzt beurteilen ob da Geburt oder klatscht weil die Mikros halt einfach nicht im Publikum sind.

01:01:05: aber die Leute haben geklatscht, die Leute am applaudiert, Leute haben gerufen als da quasi dieses Video von Gaza eingeblendet wurde vor allem Und ich habe von vielen Leuten jetzt auf Twitter, also prominenten Personen eben gesehen dass sie sich positiv auf diesen Auftritt beziehen.

01:01:21: Ich fand das krass weil es halt so im krassen Gegensatz steht zu dieser wahnsinnig endpolitisierten Performance von Justin Bieber wo quasi nochmal in einer wahnsinnigt zynischen Weise einen abgesangen quasi auf die gute alte Welt der Social Media Era gesungen wird in dem Wissen, dass es jetzt einfach nur noch schlimmer wird.

01:01:44: Also ist überhaupt keine Besserung für Social Media am Horizont des.

01:01:48: Es ist ja nicht so das man irgendwie... Dass quasi irgendwas einem Hoffnung machen würde bei der heutigen Tech-Welt und der Richtung in die sie sich entwickelt.

01:01:57: Und dann quasi nochmal so ein nostalgischen Ding zu machen.

01:01:59: Das ist schön!

01:02:00: Und es ist irgendwie cute anzusehen wie Justin Bieber, der halt wirklich mit vierzehn in das ultimative ...Berühmtheitsleben geworfen wurde.

01:02:11: Durch einen ihrwitzigen Zufall, der jahrelang wahrscheinlich die meistgehasste Person auf der Welt war.

01:02:17: Also den meistgehaste Promi und der muss man einfach sagen nicht ganz irre geworden ist.

01:02:24: also klar Justin Bieber hat irgendwie gibt es Videos wie er Paparazzi anbrüllt und so und der wird wahrscheinlich auch seine Geschichte mit irgendwelchen Substanzen haben usw.

01:02:33: und gar keine Frage.

01:02:34: aber er ist quasi

01:02:36: nicht komplett... sich mit anderen Vierteln beschäftigt.

01:02:40: So, er ist halt aber auch nicht wie andere Kinder, dass das komplett abgecrashed also zum Beispiel der Typ der Anakin Skywalker gespielt hat in den Star Wars Episode I ist ja einfach komplett abgecrasht so und drogenabhängig geworden also extrem und Das es mit Justin Bieber nicht passiert obwohl er quasi die schlimmsten Seiten von diesem Promi-Leben schon seit wirklich frühen Jahren anerlebt hat.

01:03:08: dann doch irgendwie schön zu sehen, wie er halt quasi auf dieses alte YouTube-Video zurückschaut.

01:03:14: Was ihn zu einem der berühmtesten Leute auf dem Planeten gemacht hat weil sich ein Musikmanager vor neunzehn Jahren verklickt hat und mit sich im Prinzip so in Duett singt.

01:03:26: aber das kann man eben nur dann auch genießen wenn man die Wälder draußen so'n bisschen ignoriert.

01:03:33: Und wenn man ignoriert was bedeutet?

01:03:35: Wenn da jemand gerade das Requem, also den Totengesang auf diese Form vom Internet singt.

01:03:43: Und The Strokes kommen dann so rein und spielen halt auf derselben Bühne an einem anderen Abend ihre Show.

01:03:51: Da erinnern ein bisschen daran, dass es da immer noch eine Welt draußen gibt.

01:03:56: Die auch über

01:03:56: das Internet vermittelt wird?

01:03:58: Genau!

01:04:00: Die vermitteln das auf die direkteste Art und Weise, indem sie einfach Videos von diesen Kriegen einblenden und Leute einblendeten Und die Namen und Jahreszahlen sagen, umgebracht von der CIA.

01:04:11: Umgebracht vom US-Militär usw.

01:04:15: Diese Gegenüberstellung fand ich sehr spannend.

01:04:20: Sie hat meine beiden oder zwei von meinen Themen gekitzelt, die ich gerne behandle.

01:04:27: Nämlich Popkultur... ...und die Kriege in den Abgrund reißen.

01:04:35: Wenn ich ein Bibel da gesehen habe Wie ihr da singt, mit seinem Baskart habe ich mir so gedacht.

01:04:40: Irgendwann brauche auch wieder ein Baskard.

01:04:42: Jetzt aber erstmal die Haare lang?

01:04:44: Jetzt behalte ich noch ein bisschen die Haaren lang und dann kommt irgendwann der Punkt wo ich den Justin Bieber Look wieder rocken werde.

01:04:52: Mit den grünen Haaren?

01:04:54: Mit dem was?

01:04:56: Den früheren Justin Bieber look!

01:04:58: Auch nochmal eine kleine...

01:04:59: Nein, nein, nein!

01:05:00: Nee, schon den aktuellen Baskat weil den finde ich eigentlich sehr schön.

01:05:06: Und genau damit endet mein kleiner Vortrag, in die kleine Nachhilfe und die Reise der Popkultur für dich.

01:05:11: Meine kleinen Chance.

01:05:12: Wunderbar!

01:05:13: Simonchen?

01:05:14: Das war eine zweite.

01:05:15: Ich finde das ja immer so... Du kannst so gleichzeitig ernsthaft und doch verträumt über Popkultur reden.

01:05:20: Ich find das ganz faszinierend.

01:05:23: Ja ich vielleicht...ich sehe mich einfach als der Grund warum ich so gerne darüber rede ist einfach dass ich mich selber halt einfach den Justin Bieber der linken Szene ansehe.

01:05:35: Da muss ich mit meinen... Ich verstehe, mit meinem Leidensgenossen natürlich einfach.

01:05:41: Es

01:05:41: ist halt wirklich... ich hab' halt früher wahnsinnig viel Renaissance-Musik gehört.

01:05:47: also wir können uns lange... Also wie du über Justin Bieber... Timberlake?

01:05:51: TimberLake?

01:05:52: Nein!

01:05:53: Mein Gott, Biber nicht Timberlag aber auch Timberleg hast du ja schon gemacht.

01:06:00: Ja, ich weiß.

01:06:01: Kann ich halt reden über, weiß ich nicht.

01:06:03: Palästrina, Dilasso, Macho und wie die alle damals heißen?

01:06:07: Aber das interessiert ja niemandem.

01:06:09: Obwohl ...

01:06:10: Mit Wolfgang kannst du bestimmt drüber reden.

01:06:12: Ihhh, ja wahrscheinlich... Also da gibt's ein zwei Regisseure, die haben auch einen krass Leben gehabt.

01:06:19: Könnten wir auch mal drüber sprechen irgendwann.

01:06:21: Aber nicht jetzt!

01:06:23: In diesem Sinne lieber Ole Ich danke dir für deinen aufrechten und demokratischen Vortrag Und wir hören uns in der kommenden Woche.

01:06:31: Bis dann, tschüss!

01:06:32: Adieu.

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